FromSoftware steht wirtschaftlich stärker da denn je, und genau das macht den Entwickler für Investoren interessant. Nach neuen Entwicklungen rund um die Kadokawa-Gruppe hat sich Hidetaka Miyazaki zur kreativen Freiheit des Studios geäußert. Seine Botschaft an die Fans ist klar: Die Arbeit an den Spielen soll nicht von außen verbogen werden.
Konkret sagte Miyazaki, FromSoftware könne weiterhin „frei die Art von Spielen entwickeln, die wir machen wollen, ohne übermäßige Einmischung“. Für ein Studio, dessen Ruf stark auf eigenen Designentscheidungen beruht, ist das mehr als eine nette Beruhigung. Es ist ein wichtiges Signal in einer Phase, in der Geldgeber mehr Einfluss auf Kadokawa ausüben wollen.
Warum Fans gerade genau hinschauen
Kadokawa, die Muttergesellschaft von FromSoftware, steht in Japan wegen eines aktivistischen Investors im Fokus. Die Oasis Management Company hat ihre Beteiligung laut Kadokawas jüngster Bekanntmachung zur Hauptversammlung auf 13,76 Prozent erhöht. Damit liegt Oasis vor Sony, das mit 11,01 Prozent als zweitgrößter Anteilseigner genannt wird.
Ein aktivistischer Investor kauft nicht einfach nur Aktien und wartet ab. Das Ziel ist oft, mit einem bedeutenden Minderheitsanteil Einfluss auf Führung, Strategie oder Geschäftsmodell zu nehmen. Meist geht es dabei um höhere Renditen für Aktionärinnen und Aktionäre.
Genau hier liegt die Sorge vieler Souls- und Elden-Ring-Fans. FromSoftware ist erfolgreich, weil die Spiele eine klare Handschrift haben. Wenn externe Interessen stärker auf Wachstum, Verwertung oder kürzere Abstände zwischen Projekten drängen, kann das im schlimmsten Fall den Charakter eines Studios verändern.
Oasis sieht bei FromSoftware mehr wirtschaftliches Potenzial
Oasis lobt den finanziellen Erfolg, den FromSoftware Kadokawa mit Reihen wie Armored Core, Dark Souls und Elden Ring gebracht hat. Gleichzeitig behauptet das Unternehmen, Kadokawa schöpfe den vollen Wert von FromSoftware nicht aus und gebe wirtschaftliche Aspekte an externe Partner ab.
Das ist keine kleine Bemerkung. Sie deutet darauf hin, dass Oasis FromSoftware nicht nur als Kreativstudio sieht, sondern als Vermögenswert, der stärker genutzt werden könnte. Für Spieler klingt so etwas schnell nach mehr Monetarisierung, mehr Auswertung bekannter Marken oder mehr Druck auf Veröffentlichungspläne.
Diese Skepsis kommt nicht aus dem Nichts. Oasis hatte 2014 Nintendo dazu gedrängt, stärker auf Handyspiele zu setzen. In diesem Zusammenhang fiel sinngemäß die Idee, Spieler könnten 99 Cent zahlen, damit Mario höher springt. Für Fans klassischer Spieldesigns ist genau das die Art Denken, die man nicht in der Nähe von FromSoftware sehen möchte.
Auch Kadokawas Führung steht unter Druck
Oasis fordert außerdem die Absetzung des aktuellen Kadokawa-CEO Takeshi Natsuno. Kadokawa gab am 3. Juni bekannt, sich bei der Jahreshauptversammlung am 24. Juni gegen diesen Antrag zu stellen.
Ob ein Führungswechsel direkten Einfluss auf FromSoftware hätte, ist offen. Genau deshalb wiegt Miyazakis Aussage so stark. Er stellt nicht in Aussicht, dass alles perfekt sei. Er sagt aber, dass das kreative Umfeld derzeit so funktioniert, dass FromSoftware die eigenen Spiele weiter nach eigenen Vorstellungen entwickeln kann.
Aus Entwicklersicht ist dieser Punkt entscheidend. FromSoftware lebt nicht nur von Marken wie Elden Ring oder Dark Souls. Das Studio lebt davon, Risiken einzugehen, Spielende ernst zu nehmen und auch mal Entscheidungen zu treffen, die nicht sofort wie die sicherste Business-Lösung aussehen.
Was als Nächstes von FromSoftware kommt
Miyazaki erklärte außerdem, FromSoftware arbeite härter denn je an neuen Spielen. Er verwies dabei auf angekündigte und noch unangekündigte Titel.
Zu den angekündigten Projekten zählen laut den vorliegenden Angaben die Elden Ring Tarnished Edition für Switch 2 sowie The Duskbloods. Elden Ring selbst hat weltweit bereits 30 Millionen Verkäufe erreicht. Der Multiplayer-Ableger Elden Ring: Nightreign ist inzwischen über ein Jahr alt.
Ein direktes Elden Ring 2 ist damit aber nicht bestätigt. Miyazaki sagte bereits im Dezember 2024, dass FromSoftware derzeit nicht an Elden Ring 2 denke, diese Möglichkeit für die Zukunft aber auch nicht ausschließe. Zusätzlich ist ein Elden-Ring-Film in Arbeit.
Ein gutes Zeichen, aber kein Freibrief
Für den Moment klingt Miyazakis Aussage beruhigend. FromSoftware scheint seine kreative Eigenständigkeit zu behalten, obwohl Kadokawa unter wachsendem Investorendruck steht.
Als Spieler sollte man trotzdem nüchtern bleiben. Besitzverhältnisse und Vorstandskämpfe ändern Spiele nicht über Nacht. Sie können aber langfristig beeinflussen, wie viel Zeit ein Studio bekommt, welche Marken priorisiert werden und wie stark wirtschaftliche Ziele in die Entwicklung hineinwirken.
Gerade deshalb ist es gut, dass Miyazaki öffentlich die Bedeutung dieses Umfelds betont. FromSoftware hat sich seinen Ruf nicht mit sicheren Checklisten erarbeitet, sondern mit klaren Entscheidungen. Wenn das so bleibt, ist das für Fans wichtiger als jede kurzfristige Wachstumsfantasie.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
