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Avatar-AAA-RPG eingestellt: Paramount zieht die Reißleine

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Das große AAA-Rollenspiel zu Avatar: Der Herr der Elemente ist eingestellt. Das Projekt war 2024 angekündigt worden und sollte bei Saber Interactive entstehen. Geplant war damals ein Release-Fenster 2027/2028, doch daraus wird nichts mehr.

Für Fans ist das ein klarer Dämpfer. Gerade ein Rollenspiel in dieser Welt klang auf dem Papier sehr passend: Elemente meistern, Gefährten mitnehmen, Entscheidungen treffen und als Avatar für Gleichgewicht sorgen. Jetzt ist klar: Diese konkrete Version wird nicht weitergeführt.

Was geplant war

Das Projekt lief unter dem Arbeitstitel Ice Wars. Es sollte eine neue Geschichte im Avatar-Universum erzählen und weit vor den bekannten Ereignissen spielen, mehrere tausend Jahre in der Vergangenheit.

Spielerinnen und Spieler hätten nicht Aang, Korra oder eine bekannte Figur übernommen, sondern einen neuen Avatar. Genau dieser Punkt machte das Projekt interessant. Ein eigenes Kapitel hätte dem Spiel mehr Freiraum gegeben als eine reine Nacherzählung der Serie.

Die Ankündigung stellte ein großes Rollenspiel in Aussicht. Die vier Elemente sollten eine zentrale Rolle spielen, Kämpfe mit Begleitern waren vorgesehen, dazu Entscheidungen, die zur Rolle des Avatars passen. Entwickelt werden sollte das Ganze in enger Abstimmung mit Avatar Studios.

Warum das Projekt nicht weiterläuft

Nach Angaben von Shawn Kittelsen, Senior Vice President und zuständig für Kreatives und Produktion bei Paramount Games Studio, befand sich das Avatar-RPG nicht in Produktion, als die neue Struktur von Paramount Games im vergangenen Herbst entstand. Diese Neuaufstellung folgte auf die Fusion von Paramount und Skydance.

Das ist wichtig, weil Paramount Games heute anders aufgestellt ist als zur Zeit der ursprünglichen Ankündigung. Gaming ist dort nicht mehr nur ein Teilbereich innerhalb von Consumer Products. Es wurde zu einer eigenen Geschäftseinheit mit mehr Verantwortung für Umsatz, Produktion und Veröffentlichung.

Die neue Linie wirkt nüchterner: Weniger Projekte ankündigen, bevor sie wirklich belastbar sind. Mehr Kontrolle darüber, was tatsächlich fertig wird. Aus Spielersicht ist das nicht schön, wenn ein spannendes Projekt dadurch verschwindet. Es ist aber nachvollziehbar, wenn ein Unternehmen nach einer Fusion seine offenen Pläne prüft.

TMNT geht weiter, Avatar nicht

Interessant ist der Vergleich mit Teenage Mutant Ninja Turtles: The Last Ronin. Auch dieses Projekt hatte eine unsichere Phase vor der neuen Paramount-Struktur. Dort entschied Paramount Games aber, die Entwicklung fortzuführen und mit PlatinumGames weiterzumachen.

Beim Avatar-RPG fiel die Entscheidung anders aus. Paramount Games führt diese Version nicht weiter. Das sagt nicht automatisch, dass Avatar als AAA-Spielmarke erledigt ist. Es heißt nur, dass dieses konkrete Rollenspiel nicht mehr kommt.

Parallel bleibt Avatar Legends: The Fighting Game Teil der aktuellen Spielepläne von Paramount. Dieses Spiel wurde zuletzt verschoben, wird aber weiterhin vom Unternehmen veröffentlicht.

Was das für Avatar-Fans bedeutet

Wer auf ein großes Singleplayer-RPG in der Avatar-Welt gehofft hat, muss die Erwartungen erst einmal zurückschrauben. Das Projekt hatte genug Ansatzpunkte, um spannend zu werden: eine alte Zeitebene, ein neuer Avatar, die vier Elemente als spielerischer Kern. Genau deshalb trifft die Einstellung mehr als nur ein weiteres gestrichenes Lizenzspiel.

Gleichzeitig ist die Tür nicht komplett zu. Kittelsen machte deutlich, dass ein AAA-Avatar-Spiel in Zukunft nicht ausgeschlossen ist. Es könnte nur anders aussehen als das eingestellte Projekt.

Für GoodGame.Ruhr bleibt der Fall ein gutes Beispiel dafür, wie riskant frühe AAA-Ankündigungen geworden sind. Große Marken, bekannte Studios und starke Ideen reichen nicht, wenn ein Projekt noch nicht fest in Produktion ist. Für Fans zählt am Ende nicht die Ambition, sondern ob ein Spiel wirklich erscheint.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.