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Xbox-Umbau: Ninja Theory soll vor dem Aus stehen

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Microsofts Xbox-Sparte steht offenbar vor einem harten Schnitt. Nach aktuellen Berichten soll Ninja Theory intern bereits aufgegeben worden sein. Gleichzeitig sollen Double Fine und Compulsion Games mit Microsoft darüber sprechen, ob sie sich aus dem Konzern lösen können.

Für Spieler ist vor allem eine Frage wichtig: Was passiert mit angekündigten Projekten wie Senua? Sicher ist das im Moment nicht. Die Lage wirkt offen, aber sie passt zu den Warnsignalen der letzten Wochen.

Ninja Theory: Schließung trotz neuer Senua-Ankündigung?

Ninja Theory ist vor allem durch die Hellblade-Reihe bekannt. Die Spiele gelten technisch als stark und haben eine treue Spielerschaft. Der zweite Teil blieb laut Bericht aber hinter den wirtschaftlichen Erwartungen zurück.

Besonders bitter: Erst in der vergangenen Woche wurde beim Xbox Games Showcase eine Fortsetzung zu Senua angekündigt. Nun ist unklar, ob und wie dieses Projekt weiterläuft. Es gibt außerdem Berichte, dass Ninja Theory nicht nur von einer Schließung betroffen sein könnte, sondern möglicherweise ebenfalls über eine Zukunft außerhalb von Microsoft spricht.

Genau hier bleibt die Lage unscharf. Eine sichere Aussage zum Schicksal des Studios oder des Spiels gibt es aktuell nicht.

Double Fine und Compulsion suchen wohl einen Ausweg

Auch Double Fine und Compulsion Games sollen mit Xbox in Gesprächen sein. Im Raum steht demnach eine mögliche Selbstständigkeit. Das klingt zunächst nach Rettung, hätte aber wahrscheinlich einen hohen Preis.

Wenn Studios aus einem großen Konzern herausgelöst werden, fallen oft Stellen weg. Die Berichte gehen ebenfalls davon aus, dass viele Beschäftigte gehen müssten, falls die Studios unabhängig weitermachen.

Double Fine steht für Psychonauts. Das Studio veröffentlichte Anfang des Jahres das Online-Multiplayer-Kampfspiel Kiln. Schon Keeper aus dem Jahr 2025 soll finanziell kein großer Erfolg gewesen sein. Compulsion Games veröffentlichte im vergangenen Jahr South of Midnight. Auch dort gab es bereits Berichte über eine drohende Schließung.

Der Druck kommt aus den Zahlen

Die neuen Berichte passen zu einer größeren Entwicklung bei Microsoft. Xbox-Chefin Asha Sharma hatte zuletzt von einem Neustart gesprochen. Viele deuteten das als Vorzeichen für Entlassungen und Studiostreichungen.

In einem internen Memo wurde die Lage ungewöhnlich klar beschrieben. Microsofts Gaming-Sparte soll aktuell bei einer Gewinnmarge von 3 Prozent liegen. Ohne Activision Blizzard King habe Microsoft in fünf Jahren mehr als 20 Milliarden US-Dollar in Inhalte, Plattformen und Hardware-Subventionen gesteckt. Der Jahresumsatz sei in dieser Zeit aber um fast eine halbe Milliarde US-Dollar gesunken.

Auch Microsoft-Chef Satya Nadella machte laut Bericht deutlich, dass Xbox wirtschaftlich stabiler werden müsse. Er verwies darauf, dass Xbox-Spiele auf YouTube stärker monetarisiert würden als auf der Xbox selbst. Das ist ein harter Satz für eine Marke, die über Jahrzehnte stark über eigene Hardware gedacht wurde.

Mehr Tempo bei großen Marken

Microsoft soll außerdem beschlossen haben, dass neue Spiele zu The Elder Scrolls, Fallout und Halo schneller entstehen sollen. Das zeigt, wohin der Blick geht: große Marken, planbarere Umsätze, weniger Risiko.

Für kreative Teams wie Ninja Theory, Double Fine oder Compulsion ist das eine schwierige Nachricht. Diese Studios waren für Xbox lange auch ein Signal: Wir kaufen nicht nur Blockbuster-Maschinen, wir wollen auch eigenwillige Spiele. Wenn genau diese Teams nun wackeln, verschiebt sich das Bild der Marke deutlich.

Was das für Spieler bedeutet

Noch ist vieles nicht endgültig. Berichtet wird über interne Entscheidungen, Verhandlungen und mögliche Neuordnungen. Trotzdem solltest du als Spieler mit folgenden Punkten rechnen:

  • angekündigte Projekte können sich verschieben oder ganz neu bewertet werden
  • kleinere und ungewöhnlichere Xbox-Spiele könnten seltener werden
  • mehr Fokus auf große Reihen wie Halo, Fallout und The Elder Scrolls ist wahrscheinlich
  • weitere Entlassungen könnten zum Ende des Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni folgen

Für Xbox ist das mehr als eine normale Sparrunde. Es geht darum, wie Microsoft Gaming künftig aussehen soll: als breites Kreativnetzwerk oder als stärker durchgerechneter Konzernbereich mit weniger Geduld für Studios, die Anerkennung bringen, aber nicht genug Gewinn.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.