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Out of Words: Koop-Plattformer mit Handarbeit und Herz

Lydia
  • 1 Min. Lesezeit

Out of Words fällt sofort aus dem Rahmen, weil es nicht nach digitaler Massenware wirken will. Der Koop-Plattformer entsteht mit echten Puppen, gebauten Kulissen und Stop-Motion-Optik. Gras, Moos, Stein und Lehm sind hier nicht nur Texturen, sondern Teil eines handgemachten Ansatzes.

Für GoodGame.Ruhr ist vor allem spannend, wie stark das Spiel auf gemeinsames Erleben setzt. Out of Words ist kein Koop als Zusatzmodus. Du brauchst eine zweite Person. Genau darum kann es für Sofa-Abende, Fernbeziehungen oder feste Gaming-Duos interessant werden.

Worum es in Out of Words geht

Im Mittelpunkt stehen Kurt und Karla. Die beiden sind beste Freundinnen oder Freunde aus Kindertagen. Als sich ihre Gefühle in der Pubertät verändern, schaffen sie es in einem wichtigen Moment nicht, auszusprechen, was zwischen ihnen steht.

Das hat Folgen. Kurt und Karla verlieren ihre Worte und landen in Vokabulantis, einer fremden Welt rund um Sprache, Kommunikation und Beziehungen. Sogar ihre Münder verschwinden und werden zu einem kleinen Wesen namens Aleph, das ihnen auf der Reise Kräfte gibt.

Die Geschichte ist von einem Gedicht des dänischen Dichters Morten Søndergaard inspiriert. Das passt zum Aufbau des Spiels: Sprache ist nicht nur Thema, sondern steckt offenbar auch in den Sammelobjekten. In geheimen Bereichen lassen sich fehlende Wörter eines großen Gedichts finden, das zur Handlung gehört.

Koop ist hier Pflicht, nicht Bonus

Out of Words lässt sich nicht allein mit KI-Begleitung spielen. Wer startet, braucht eine echte zweite Person. Das erinnert vom Grundgedanken an Koop-Spiele, bei denen Zusammenarbeit nicht optional ist.

Das kann wunderschön sein, aber es ist auch eine klare Ansage. Wenn du gern spontan alleine spielst, musst du das wissen. Wenn du dagegen regelmäßig mit Partnerin, Partner, Freundeskreis oder Familie spielst, klingt der Ansatz sehr passend.

Die Entwickler denken dabei nicht nur an die Couch. Out of Words soll online und plattformübergreifend spielbar sein. Zusätzlich ist Game-Share geplant, sodass online nur eine Person das Spiel besitzen muss, um mit einer anderen Person zusammenzuspielen. Das senkt die Hürde für gemeinsame Runden deutlich.

Handgemachte Welt statt glatter Digitaloptik

Der stärkste erste Eindruck kommt klar von der Optik. Out of Words setzt auf physische Materialien und Stop-Motion. Die Figuren und Umgebungen werden in der realen Welt gebaut und dann ins Spiel übertragen.

In gezeigten Abschnitten reichte das von matschigen Szenen bis zu Bereichen mit Moos, Stein und Lehm. Auch Licht und Tiefenschärfe spielen eine wichtige Rolle, damit die kleinen Kulissen räumlich und lebendig wirken.

Das ist nicht nur hübsch für Screenshots. Bei einem Koop-Spiel kann so eine klare, greifbare Welt helfen, weil beide Spielenden besser lesen können, wo sie hinmüssen und was gerade wichtig ist. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass man sich einfach in den Details verliert. Bei einem handgemachten Spiel ist das aber fast schon Teil des Reizes.

Was spielerisch bisher bekannt ist

Die Demo zeigte mehrere kurze Ausschnitte. Ein frühes Hindernis dreht sich um Prince, der mit seinem Motorrad im Schlamm feststeckt. Diese Szene wirkt eher wie eine kleine Aufgabe zum Ankommen, nicht wie eine harte Prüfung.

Später gibt es andere Umgebungen und Mechaniken. Ein Abschnitt arbeitet mit Antigravitation. Außerdem wurden dunklere Momente gezeigt, in denen die Stimmung schwerer wirkt und Kreaturen bedrohlicher auftreten.

Wichtig: Out of Words scheint nicht darauf ausgelegt zu sein, dich mit extrem schweren Herausforderungen zu blockieren. Kommunikation hilft aber. Gerade bei schnellen Bewegungen, Schwerkraft-Passagen oder Verfolgungen kann eine kurze Ansage den Unterschied machen.

Das klingt nach einem Spiel, das weniger auf perfekte Reaktion und mehr auf Abstimmung setzt. Du musst nicht nur den richtigen Sprung schaffen. Du musst auch merken, was die andere Person gerade braucht.

Linear, aber mit kleinen Gründen zum Suchen

Die Level sollen feste Starts und Enden haben. Out of Words wirkt damit eher linear. Große offene Gebiete oder viel freies Erkunden wurden bisher nicht beschrieben.

Trotzdem gibt es abseits des direkten Weges etwas zu finden. Geheime Bereiche enthalten Sammelobjekte in Form fehlender Wörter. Wer die Geschichte und das Gedicht dahinter vollständig erleben möchte, hat also einen Grund, genauer hinzuschauen.

Das ist eine gute Lösung für Koop. Zu viel Freiheit kann zwei Spielende schnell auseinanderziehen. Eine klare Strecke hält beide zusammen, kleine Verstecke geben trotzdem Raum für Neugier.

Wie lang wird die Reise?

Eine feste Spielzeit gibt es noch nicht. Game-Design-Leiter Jeff Sparks nannte als grobe Schätzung etwa 10 Stunden. Gleichzeitig ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, also kann sich das ändern.

Für ein Pflicht-Koop-Spiel ist diese Information wichtig. Zehn Stunden klingen machbar für mehrere Abende, ohne dass man gleich eine riesige Kampagne planen muss. Gerade wenn man online mit einer Person zusammenspielt, ist das ein angenehmer Rahmen.

Für wen Out of Words spannend ist

Out of Words dürfte vor allem dann auf deine Liste gehören, wenn du Spiele magst, die gemeinsam funktionieren müssen. Nicht nebeneinander her, sondern wirklich miteinander.

  • Du spielst gern zu zweit auf dem Sofa.
  • Du suchst ein Koop-Spiel für online, auch über Plattformgrenzen hinweg.
  • Du magst handgemachte Kunst und Stop-Motion.
  • Du hast Lust auf eine emotionale Geschichte über Sprache und Nähe.
  • Du brauchst keine riesige offene Welt, sondern lieber klare Level mit kleinen Geheimnissen.

Wer lieber allein spielt, sollte vorsichtig sein. Ohne zweite Person geht es nach aktuellem Stand nicht. Wer dagegen bewusst ein gemeinsames Spiel sucht, bekommt hier einen sehr klaren Vorschlag.

Release-Zeitraum und Plattformen

Out of Words soll voraussichtlich Anfang 2027 erscheinen. Geplant ist der Titel für Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2, PlayStation 5 und den Epic Games Store.

Bis dahin bleibt noch Zeit für Feinschliff. Der bisherige Eindruck ist aber deutlich: Out of Words will kein lautes Spektakel sein. Es will zwei Menschen an einen Bildschirm oder in eine Online-Session bringen und sie gemeinsam durch eine handgebaute Welt schicken. Genau das macht es für Koop-Fans so interessant.

Über den Autor

Lydia Autor

Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.