Meccha Chameleon ist gerade einer dieser Steam-Fälle, bei denen man kurz zweimal hinschaut. Das japanische Indie-Spiel erschien am 10. Juni und soll nach 16 Tagen schon über 10 Millionen Verkäufe erreicht haben.
Krass ist auch, wie klein das Team dahinter war: Lemorion baute Karten und Modelle, Haganeiro kümmerte sich um die Systeme. Laut Haganeiro dauerte die Entwicklung nur zwei Monate.
Worum geht es?
Meccha Chameleon ist im Kern Verstecken. Es gibt Verstecker und Sucher. Die Sucher müssen alle Verstecker vor Ablauf der Zeit finden.
Der Trick: Die Verstecker haben weiße Körper und können sich selbst mit Farbe besprühen. So passen sie sich an Wände, Bilder oder andere Hintergründe an. Wenn du dich gut tarnst, übersieht dich das andere Team.
Genau das macht das Spiel in Clips so stark. Leute versuchen, sich mit Farbe irgendwie perfekt in die Umgebung zu mogeln. Manchmal klappt es. Manchmal sieht es einfach nur witzig aus.
Nur zwei Monate Entwicklung
Haganeiro schrieb, dass die Arbeit schon einen Tag nach Lemorions Grundidee startete. Die Idee war simpel: Bemal deinen Körper in einer Runde Verstecken.
Das Team testete direkt beim Bauen und passte Regeln und Funktionen an, damit das Ganze als Spiel funktioniert. Außerdem wurden Funktionen aus früheren Projekten überarbeitet.
Für ein Spiel mit solchen Zahlen ist das ziemlich ungewöhnlich. Normalerweise denkt man bei riesigen Steam-Hits eher an große Teams, lange Entwicklung und viel Werbung.
Keine Werbung, trotzdem ganz oben
Laut Haganeiro wurde kein Geld für Marketing ausgegeben. Trotzdem führt Meccha Chameleon aktuell die globalen Verkaufscharts von Steam an.
Auch die Spielerzahlen sind stark. SteamDB nennt ein 24-Stunden-Hoch von 280.840 gleichzeitigen Spielerinnen und Spielern. Das bisherige Allzeit-Hoch liegt bei 340.534.
Bei den täglich aktiven Nutzern steht Meccha Chameleon auf Platz fünf und liegt damit vor großen Namen wie Apex Legends und Overwatch.
Was nach dem Start passiert
Das Spiel wird weiter verbessert. Genannt wurden neue Sprachen, Fehlerbehebungen, neue Karten und weitere Elemente.
Am 27. Juni kam außerdem Unterstützung für GeForce Now dazu. Das hilft besonders Leuten, deren eigener PC nicht so stark ist, weil sie das Spiel dann per Cloud-Gaming spielen können.
Für die Online-Funktionen nutzt Meccha Chameleon Epic Online Services. Darüber laufen unter anderem Multiplayer-Teile wie das Matchmaking. Haganeiro hatte dieses System schon beim vorherigen Online-Koop-Spiel Link Penguins genutzt.
Warum das gerade so gut funktioniert
Meccha Chameleon hat eine Idee, die man sofort versteht. Du versteckst dich. Du malst dich passend an. Andere müssen dich finden.
Das ist leicht zu erklären und gut für Streams. Dazu kommt der Look mit kleinen Figuren in normalen Umgebungen. In sozialen Medien sind deshalb schon echte Parodie-Clips dazu viral gegangen.
Natürlich ist so ein Erfolg nicht planbar. Auf Steam erscheinen ständig neue Spiele. Trotzdem zeigt Meccha Chameleon gut: Manchmal reicht eine klare, komische Idee, wenn sie schnell Spaß macht und sich gut teilen lässt.
Über den Autor
Jüngster Autor im GoodGame.Ruhr Team mit frischem Blick auf moderne Gaming-Trends. Spezialisiert auf Battle Royale Games, Esports und die neuesten Gaming-Technologien. Bringt die Perspektive der Gen-Z in unsere Berichterstattung.