Microsoft zieht bei Xbox hart die Bremse. Im laufenden Geschäftsjahr sollen 3.200 Mitarbeitende ihren Job verlieren, 1.600 davon bereits am 6. Juli.
Xbox-Chefin Asha Sharma beschreibt den Schritt in einer internen Mail als die bedeutendste Umstrukturierung in der Geschichte von Xbox. Sie schreibt auch, Microsofts Gaming-Geschäft sei nicht gesund. Das ist ein Satz, der hängen bleibt.
Was jetzt bei Xbox passiert
Nach den vorliegenden Informationen verliert Microsofts Gaming-Sparte etwa ein Fünftel ihrer Belegschaft. Die Kürzungen betreffen nicht nur einen einzelnen Bereich, sondern mehrere große Namen unter dem Xbox-Dach.
Genannt werden Entlassungen bei Activision, Bethesda/ZeniMax, Blizzard, King, Mojang und den Xbox Game Studios. Damit trifft die Umstrukturierung Studios und Teams, die hinter Marken wie Call of Duty, World of Warcraft, Diablo, Overwatch, Candy Crush, Minecraft sowie weiteren Xbox-Projekten stehen.
Vier Studios bekommen eine neue Zukunft außerhalb der bisherigen Struktur
Besonders auffällig ist der Umgang mit mehreren Xbox-Studios. Compulsion Games, bekannt durch South of Midnight, und Double Fine Productions, bekannt durch Psychonauts, sollen wieder in die Selbstverwaltung gehen. Beide Studios werden unabhängig und behalten laut der Mail ihre eigenen Marken, ihren Katalog und Raum für kommende Spiele.
Bei Double Fine gehört dazu ausdrücklich auch die Psychonauts-IP. Neue Spiele der beiden Studios sind bisher nicht angekündigt.
Ninja Theory, das Studio hinter Hellblade, und Undead Labs, bekannt durch State of Decay, wechseln ebenfalls den Rahmen. Beide haben laut Microsoft eine Vereinbarung mit einem neuen Eigentümer getroffen, der die Finanzierung für Senua und State of Decay 3 sichern soll. Wer dieser neue Eigentümer ist, wurde noch nicht genannt. Weitere Informationen sollen im Sommer folgen.
Arkane und Marvel’s Blade bleiben vorerst offen
In Frankreich startet das Management von Arkane Gespräche mit dem Betriebsrat. Dort sollen mögliche strategische Optionen geprüft werden. Für Marvel’s Blade gibt es aktuell keine konkrete Entscheidung, die öffentlich genannt wurde.
Das ist wichtig, weil Microsoft zugleich betont, dass keine öffentlich angekündigten First-Party-Spiele oder Projekte durch diese Einsparungen eingestellt werden. Genannt werden unter anderem Fable, Gears of War: E-Day, Clockwork Revolution, Call of Duty: Modern Warfare 4, Minecraft Dungeons 2 und The Elder Scrolls 6.
Ein weiterer Einschnitt nach dem letzten harten Jahr
Die neuen Kürzungen kommen nur rund zwölf Monate nach einer großen Entlassungswelle bei Microsoft. Damals verloren unternehmensweit 9.000 Menschen ihren Job. Im Zuge dieser Einschnitte wurden auch Spiele eingestellt, darunter Everwild von Rare, und Studios geschlossen, etwa The Initiative, das an Perfect Dark gearbeitet hatte.
Für Xbox ist das mehr als eine normale Kostenrunde. Wenn ein Unternehmen gleichzeitig Stellen abbaut, Studios ausgliedert und öffentlich über die Gesundheit des eigenen Gaming-Geschäfts spricht, geht es um die Grundform der Sparte.
Was das für Spieler bedeutet
Wer auf die großen angekündigten Xbox-Spiele wartet, bekommt erst einmal eine klare Botschaft: Microsoft sagt, diese Projekte laufen weiter. Das nimmt etwas Druck von Titeln, die seit Jahren beobachtet werden.
Trotzdem bleibt viel offen. Bei Ninja Theory und Undead Labs hängen die nächsten Schritte an neuen Eigentümern. Bei Arkane ist die Lage noch ungeklärt. Und für die betroffenen Mitarbeitenden ist diese Nachricht vor allem eines: ein massiver Bruch.
Berichte über mögliche weitere Schritte nennen außerdem Ideen wie eine schnellere Entwicklung neuer The Elder Scrolls-, Fallout- und Halo-Spiele. Auch eine Umwandlung von Xbox in eine hundertprozentige Tochtergesellschaft wurde demnach nicht ausgeschlossen. Solche Optionen zeigen, wie breit Microsoft offenbar über die Zukunft seiner Gaming-Sparte nachdenkt.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
