Halo: Campaign Evolved trifft in der Preview einen wichtigen Punkt sofort: Die bekannten Gefechte funktionieren noch. In The Silent Cartographer und Assault on the Control Room bleibt das Zusammenspiel aus Waffen, Gegnern und Schwierigkeitsgrad packend, besonders auf Heroic und Legendary.
Gleichzeitig zeigt die Demo ein Problem, das für ein Remake nicht nebensächlich ist. In dunklen Innenräumen ist die neue Optik stellenweise so stark von glänzenden Metallflächen und Lichtspitzen geprägt, dass Waffen und gefallene Gegner schlecht zu erkennen sind.
Wenn die Optik den Kampf stört
Gerade in den Forerunner-Bauten von Assault on the Control Room sollen kleine Wegpunkte helfen, am Boden liegende Waffen zu finden. Das ist praktisch, weist aber auch auf die Ursache hin: Rüstungen, Waffen, Böden und Leichen können optisch ineinanderlaufen.
Auf höheren Schwierigkeitsgraden wird daraus ein spielerisches Thema. Wer auf Legendary kämpft, muss Munition, Waffenwechsel und einzelne Treffer schnell einschätzen. Helle Effekte einer aufgeladenen Plasmapistole oder Explosionen können in solchen Momenten mehr ablenken als unterstützen.
Die Vorschauversion bot zwar Einstellungen für Helligkeit und Kontrast. Ein niedrigerer Kontrast und der Qualitätsmodus verbesserten den Eindruck etwas. Der Leistungsmodus lief jedoch spürbar flüssiger. Die grundlegende Balance der Lichteffekte lösen diese Optionen nicht vollständig.
Der Kern bleibt Halo
Abseits der Lichtkritik wirkt die Kampagne sehr solide. Die zwei gezeigten Missionen machen Spaß, die höheren Stufen liefern den erwarteten Widerstand, und die vertrauten Gegner- und Waffengeräusche tragen viel zum Wiedererkennen bei.
Bei den Audio-Anpassungen fallen unter anderem veränderte Hunter-Klänge und ein kräftiger wirkendes Sturmgewehr auf. Entscheidend ist aber: Das Fundament der ursprünglichen Kampagne trägt weiterhin. Wer Halo vor allem als anspruchsvollen Einzelspieler-Shooter schätzt, bekommt hier offenbar keine bloße Kulisse, sondern weiterhin harte, klar lesbare Kämpfe.
Campaign Remix bringt neue Durchläufe
Der Campaign-Remix-Modus ist die spannendste Ergänzung der Demo. Dort sind die Skulls Adaptation, Armistice und Reload immer aktiv. Gegner erscheinen dadurch an anderen Stellen, bekämpfen sich nicht gegenseitig und vorab platzierte Waffen werden zufällig verteilt.
Zusätzlich lassen sich weitere freigeschaltete Skulls und visuelle Modifikatoren einschalten. Dazu zählt auch eine Option für die Third-Person-Perspektive. Ein Druck auf den rechten Analogstick kann für den nächsten Durchlauf zufällige Skulls aus der eigenen Sammlung wählen.
Insgesamt sind 42 Skulls vorgesehen. Damit dürfte Campaign Remix gerade für Spieler interessant werden, die die bekannten Missionen nicht einfach nur erneut sehen, sondern mit wechselnden Regeln meistern wollen.
Worauf Halo Studios noch achten muss
Halo: Campaign Evolved bringt drei neue Prequel-Kapitel mit und soll am 28. Juli erscheinen. Die Demo legt nahe, dass der spielerische Teil auf einem guten Weg ist. Für die finale Version sollte Halo Studios aber die Lichtwirkung in dunklen Bereichen überarbeiten.
Eine moderne Optik darf kräftig sein. Sie darf aber nicht dazu führen, dass entscheidende Informationen im Gefecht verschwinden. Gelingt diese Korrektur, steht einem gelungenen neuen Anlauf für die erste Halo-Kampagne wenig im Weg.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
