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Review

Halo: Campaign Evolved im Test: Starkes Remake, Koop statt Multiplayer

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Ein Vierteljahrhundert nach Halo: Combat Evolved steht der Master Chief erneut auf dem Ring. Halo: Campaign Evolved verändert den Kern der Kampagne kaum, überarbeitet aber Technik, Zwischensequenzen und einige Spielsysteme deutlich.

Das Ergebnis ist kein bloßer Grafik-Filter. Die Neuauflage versteht, weshalb das Original auf Konsole so wichtig war: große Gefechte, wechselnde Gegner, Fahrzeuge und eine Kampagne, die auch gemeinsam auf der Couch funktioniert. Gleichzeitig bleiben einige Probleme aus dem Jahr 2001 fast unangetastet.

Der alte Kern funktioniert noch

Die Grundgeschichte bleibt bewusst schlicht. Als Master Chief soll man die Allianz daran hindern, den Halo-Ring zu nutzen. Neue Zwischensequenzen geben der Handlung mehr Raum und setzen zusätzliche dramatische Akzente, ohne die bekannte Kampagne umzubauen.

Spielerisch trägt Halo weiterhin seine besondere Mischung aus offenen Außenbereichen und engeren Abschnitten. Die Gegnergruppen sorgen für wechselnde Situationen, Fahrzeuge wie der Warthog lockern die Kämpfe auf, und der Master Chief bleibt eine vergleichsweise schwere, direkte Figur. Genau dieses Tempo unterscheidet Halo noch immer von vielen schnelleren Shootern.

Sinnvolle Änderungen im Einsatz

Die Umstellung auf Unreal Engine 5 macht sich besonders in Außenarealen bemerkbar. Mehr Vegetation, Licht und Partikeleffekte lassen den Ring lebendiger wirken. Die Atmosphäre gewinnt spürbar, auch wenn Nebenfiguren im Vergleich zum Remake von 2011 nicht durchgehend einen großen Sprung zeigen.

Wichtiger als reine Optik sind zwei Komfortfunktionen. Der Master Chief kann sprinten, was lange Laufwege in Innenräumen erträglicher macht. Außerdem besitzen nun alle Waffen einen Zoom-Modus. Das hilft vor allem gegen weit entfernte Scharfschützen und gibt den Kämpfen auf offenen Flächen mehr Präzision.

  • Neue Technik stärkt Lichtstimmung und Außenareale.
  • Sprint reduziert Leerlauf in langen Innenpassagen.
  • Der Zoom für jede Waffe erweitert die taktischen Möglichkeiten.
  • Warthog-Abschnitte profitieren von einer besseren Steuerung.

Die Korridore bleiben ein Problem

Der größte Ballast des Originals ist weiterhin vorhanden. Gerade später reihen sich lange Gänge und Katakomben aneinander. Zusätzliche Details helfen bei der Orientierung, aber sie lösen nicht das Grundproblem: Diese Abschnitte ziehen sich und sehen trotz Überarbeitung zu ähnlich aus.

Auch manche Kampfspitzen wirken weiterhin unnötig hart. Nahkampfangriffe von Schwertgegnern oder Haftgranaten können sehr schnell zum Tod führen. Wenn der letzte Kontrollpunkt dann weit zurückliegt, entsteht Frust, der heute nicht mehr zwingend zum Charakter eines Klassikers gehören müsste.

Die neuen Missionen zeigen, was möglich gewesen wäre

Drei zusätzliche Abschnitte erzählen eine Vorgeschichte mit Sergeant Johnson. Sie fallen kompakter aus als viele Missionen der Hauptkampagne, bringen weitere Waffen ins Spiel und ergänzen mit den Brutes einen Gegnertyp, der ursprünglich erst später zur Reihe kam.

Gerade diese neuen Bereiche sind abwechslungsreicher gebaut. Auf dem Allianz-Schiff wechseln kleinere Arenen, interessantere Innenräume und ein Außenbereich einander ab. Den Abschluss bildet eine seltene Raumschlacht. Die zusätzlichen Kapitel dauern etwas mehr als zwei Stunden und bringen spielerisch frischen Wind. Inhaltlich bleiben sie allerdings eher eine Verbindung zu späteren Ereignissen als eine Geschichte mit vielen neuen Antworten.

Koop bleibt, Multiplayer fehlt

Der lokale Splitscreen-Koop und Online-Koop gehören erfreulicherweise zum Paket. Für Halo ist das mehr als ein nettes Extra. Die Kampagne gemeinsam zu spielen, war immer einer der stärksten Gründe für die Reihe.

Umso schwerer wiegt das Fehlen eines kompetitiven Multiplayers. Der erste Teil bot seine Mehrspieler-Matches ursprünglich lokal und im LAN. Spätestens seit Halo 2 wurde Online-Multiplayer aber zu einem festen Bestandteil von Halo. Dass die bekannten Karten nicht in einer neuen Mehrspieler-Variante zurückkehren, macht aus einer sehr guten Neuauflage kein vollständiges Gesamtpaket.

Für wen sich die Rückkehr lohnt

Fans des Originals erhalten eine sorgfältig modernisierte Kampagne mit starken zusätzlichen Missionen und funktionierendem Koop. Wer Halo zum ersten Mal erlebt, bekommt einen wichtigen Konsolen-Shooter in einer deutlich komfortableren Form.

Man sollte aber wissen, worauf man sich einlässt: Die Kampagne bewahrt auch ihre langen, gleichförmigen Innenbereiche und einzelne harte Rückschläge. Ohne kompetitiven Multiplayer fehlt zudem genau der Modus, der Halo über die Einzelspielerkampagne hinaus lange geprägt hat.

Wertung: Halo: Campaign Evolved bringt den Kern des Klassikers mit spürbar besserer Technik und guten Komfortverbesserungen zurück. Die neuen Missionen setzen positive Akzente. Für ein wirklich rundes Halo-Comeback fehlt jedoch der kompetitive Mehrspieler-Modus.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.