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Review

Avatar Legends im Test: Starkes Duellspiel, schwache Grundlagen

Dominik
  • 1 Min. Lesezeit

Avatar Legends: The Fighting Game hat genau die Art von Kampfsystem, die lange motiviert. Die Duelle sind schnell, technisch und geben jeder Figur klare eigene Werkzeuge. Wer bereit ist, Bewegungen, Ressourcen und Kombos sauber zu lernen, findet hier ein starkes 2D-Prügelspiel.

Der Haken: Das Drumherum hält mit den Kämpfen nicht mit. Der Einzelspielerbereich bleibt dünn, der Trainingsmodus macht wichtige Übungen unnötig kompliziert und Online-Lobbys sind zum Start nur für zwei Personen ausgelegt. Das trifft ein Spiel besonders hart, das so viel Übung verlangt.

Die Kämpfe haben Tempo und Tiefe

Die Basis ist leicht erklärt: leichte, mittlere und schwere Angriffe lassen sich in Specials verketten. Eine Auto-Combo hilft beim Einstieg und sorgt auch ohne saubere Eingaben für Schaden. Für echte Kontrolle reicht das aber nicht.

Entscheidend ist die Flow-Taste. Sie steuert die besonderen Bewegungsoptionen der Figuren und macht aus einem normalen Schlagabtausch ein Spiel um Position, Winkel und Timing. Aang kann damit etwa durch die Luft ausweichen, seinen Gleiter einsetzen oder Angriffe aus ungewohnten Richtungen vorbereiten. Andere Kämpfer verändern den Abstand auf komplett andere Weise.

Dadurch spielt sich der Kader nicht nur optisch unterschiedlich. Azula kann in einer Form mehrfach durch die Luft sprinten, Toph verändert mit Erdmoves die Distanz, Katara lädt Angriffe während der Bewegung auf. Diese Unterschiede zwingen dazu, Matchups zu lernen, statt mit einer allgemeinen Standardstrategie durchzukommen.

Ressourcen entscheiden über Risiko und Belohnung

Flow und Energie verlangen gutes Management. Die Energie besteht aus einzelnen Punkten und bringt pro Kombo höchstens einen neuen Punkt. EX-Moves und Super-Angriffe müssen also bewusst eingesetzt werden. Zusätzliche Energie gibt es über figurenbezogene, anspruchsvollere Aktionen.

Das passt zum hohen Anspruch des Spiels. Viele starke Optionen verlangen präzise Eingaben und sauberes Timing. Wer seine Ressourcen gedankenlos leert, kann in einen nachteiligen Unbalanced-Zustand geraten. Gerade bei offensiven Figuren wie Korra wird aus hohem Schaden schnell ein Risiko, wenn die Anzeige nicht im Blick bleibt.

Drei auswählbare Support-Charaktere pro Kämpfer erweitern das Ganze zusätzlich. Sie können Specials verändern, neue Kombo-Wege öffnen oder die Mobilität verbessern. Zwölf Figuren wirken dadurch deutlich vielseitiger, als die Zahl zunächst vermuten lässt.

Viel zu lernen, nicht immer gut erklärt

Positiv: Frame-Anzeige und Hitboxen lassen sich direkt nutzen. Das sind hilfreiche Werkzeuge, wenn du verstehen willst, warum ein Angriff trifft, geblockt wird oder bestraft werden kann. Auch die Combo-Trials sind sinnvoll. Eine Breakdown-Funktion hält die Eingaben einzeln an, damit sich Abläufe ohne Zeitdruck einprägen lassen.

Die Charakter-Tutorials gehen ebenfalls in die richtige Richtung. Sie zeigen nicht nur Kombos, sondern erklären Drucksituationen, Mix-ups und Verteidigung. Trotzdem bleibt der Weg dorthin holprig. Die Oberfläche des Trainingsmodus erschwert einfache Einstellungen für den Übungsgegner. Besonders ärgerlich: Zufälliges Blocken fehlt. Damit wird das Training von Hit-Confirms unnötig umständlich.

Solo-Modus und Online-Angebot lassen Lücken

Die Kampagne umfasst 27 Kapitel und erzählt eine Parallelwelt-Geschichte mit Aang. Trotz Beteiligung erfahrener Autoren aus dem Avatar-Umfeld bleibt sie oberflächlich und zieht sich in der zweiten Hälfte. Für Spieler, die vor allem eine starke Einzelspieler-Kampagne erwarten, ist das keine gute Nachricht.

Daneben gibt es einen Arcade-Modus, aber keine Einstellung für den KI-Schwierigkeitsgrad. Ist die CPU für dich zu leicht oder zu hart, kannst du das nicht anpassen. Für ein Spiel, das so deutlich zwischen Einsteigern und erfahrenen Spielern unterscheidet, ist das ein klarer Fehltritt.

Online läuft es dagegen technisch gut: Rollback-Netcode, schnelle Rückkämpfe, kurze Ladezeiten und ein direkter Sprung zurück ins Training nach einem Verbindungsabbruch sind genau das, was ein kompetitives Kampfspiel braucht. Unverständlich bleibt, dass Lobbys nur zwei Spieler unterstützen. Eine Gruppe mit Zuschauern und wechselnden Gegnern ist damit zum Start nicht möglich. Auch eine Suche nach Replays starker Spieler und das Übernehmen von Replays fehlen.

Für wen lohnt es sich?

Wenn du Kampfspiele wegen Training, Reaktion und kreativen Kombos spielst, ist Avatar Legends ein klarer Kandidat. Das System belohnt Arbeit und jede Figur bringt genug Eigenheiten mit, um lange neue Lösungen zu finden.

Wenn du hauptsächlich wegen Avatar eine entspannte Kampagne, anpassbare CPU-Kämpfe oder unkompliziertes Spielen mit mehreren Freunden suchst, solltest du vorsichtig sein. Die starken Duelle tragen das Spiel, aber sie müssen zu viele fehlende Standardfunktionen ausgleichen.

Wertung

  • Gameplay: 5/5 – Tiefes, schnelles System mit starken Bewegungsoptionen und viel Raum für Können.
  • Grafik: 5/5 – Die Animationen und Figurenbewegungen setzen die Vorlage überzeugend um.
  • Story: 2/5 – Die Parallelwelt-Idee trägt die lange Kampagne nicht durchgehend.
  • Sound: 3/5 – Zur Klanggestaltung liefert die vorliegende Bewertung nur begrenzte Hinweise.

Über den Autor

Dominik Autor

Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!