Die State of Play zu Phantom Blade Zero wurde für Sony zum nächsten Schauplatz der Debatte um physische Spiele. In den Chats bei YouTube und Twitch dominierten laut Beobachtungen Forderungen nach Discs. Inhalte zum Actionspiel selbst gerieten dabei deutlich in den Hintergrund.
Der Auslöser liegt nicht bei Entwickler S-Game. Seit Sony angekündigt hat, neue PlayStation-Spiele ab 2028 nur noch digital zu veröffentlichen, nutzen Teile der Community große PlayStation-Streams als Protestfläche. Der wiederkehrende Satz ist klar: Keine Disc, kein Kauf.
Ein Showcase wird zur Protestfläche
Viele Kommentare verbanden Kaufabsichten ausdrücklich mit einer physischen Ausgabe. Andere machten sich über die Situation lustig. Der Kern bleibt aber ernst: Spielerinnen und Spieler sorgen sich um Eigentum, Weiterverkauf und die langfristige Bewahrung von Spielen.
Für Phantom Blade Zero ist das eine ungünstige Lage. Das Spiel bekommt Aufmerksamkeit, doch die Diskussion gilt vor allem Sonys Vertriebsentscheidung. Weder das Spiel noch sein Studio können diese Entscheidung beeinflussen.
Der Boykott soll Druck aufbauen
Zusätzlich kursiert ein Aufruf zu einem einwöchigen PlayStation-Boykott im August. Unter dem Namen PSBlackout sollen Teilnehmende auf Anmeldungen, Spielsitzungen und Käufe auf Sonys Plattformen verzichten. Ein daran beteiligter Social-Media-Beitrag wurde laut den vorliegenden Angaben mehr als zwei Millionen Mal aufgerufen.
Ob daraus wirtschaftlicher Druck entsteht, ist offen. Sony erklärte zuletzt, die Kritik habe derzeit keine Auswirkungen auf das Geschäft. Das Unternehmen rechnet demnach auch künftig nicht mit negativen Folgen und hält trotz der starken Reaktionen an der Richtung fest.
Warum Sony auf Downloads setzt
Sony begründet die Umstellung mit veränderten Kaufgewohnheiten. Die eigenen Zahlen stützen diese Sicht: Bei vollständiger Spielesoftware für PS4 und PS5 entfielen zuletzt 82 Prozent auf digitale Downloads.
Für Sony ist der digitale Verkauf zudem wirtschaftlich attraktiver. Bei eigenen Spielen im PlayStation Store bleibt der gesamte Verkaufserlös beim Konzern. Bei Downloads von Drittanbietern behält Sony 30 Prozent. Physische Verkäufe verteilen den Erlös dagegen auf Handel, Produktion und weitere Beteiligte.
Das erklärt, warum eine schnelle Kehrtwende unwahrscheinlich wirkt. Für Spieler, die bewusst Discs kaufen, löst es die zentrale Frage aber nicht. Solange Sony an der reinen Digitalstrategie festhält, dürfte jeder große PlayStation-Auftritt auch ein Ort für diesen Konflikt bleiben.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
