Mass Effect 5 bleibt ein Projekt mit vielen offenen Fragen. Das nächste Spiel der Science-Fiction-Reihe befindet sich laut den vorliegenden Informationen noch in einer frühen Phase und wird von einem kleinen Team entwickelt. Einen Veröffentlichungstermin gibt es nicht.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die Privatisierung von EA. Der Konzern wurde demnach über einen Leveraged Buyout im Wert von 55 Milliarden US-Dollar übernommen. Emmanuel Rosier, früher fast zehn Jahre bei EA tätig und heute bei Newzoo, zweifelt deshalb daran, dass die neuen Eigentümer BioWare langfristig weiter finanzieren werden.
Warum BioWare unter Druck stehen könnte
Bei einer Übernahme dieser Größenordnung dürften die Investoren auf eine Rendite schauen. Rosier hält es für naheliegend, dass besonders große und verlässlich einträgliche Marken wie EA Sports FC, Madden und Battlefield stärker in den Mittelpunkt rücken.
BioWare passt mit aufwendigen Rollenspielen und langen Entwicklungszeiten nicht automatisch in dieses Bild. Rosier nennt die Zukunft des Studios das größte Fragezeichen. Gerade weil Projekte des Teams viele Jahre bis zur Veröffentlichung benötigen können, steigen Kosten und Risiko mit jeder zusätzlichen Entwicklungsphase.
Hinzu kommt die jüngere Bilanz. Nach dem großen Erfolg von Dragon Age: Inquisition blieben Anthem und Dragon Age: The Veilguard laut den vorliegenden Angaben hinter den Erwartungen zurück. Nach The Veilguard gab es zudem Stellenstreichungen. Mass Effect: Andromeda erhielt gemischte Reaktionen, während die Legendary Edition besser aufgenommen wurde.
Mass Effect 5 ist noch keine sichere Sache
Rosier formuliert seine Einschätzung deutlich: Er wolle erst an das nächste Mass Effect glauben, wenn es tatsächlich erschienen sei. Neue Eigentümer könnten Projekte leichter stoppen, wenn sie in ihnen keinen ausreichenden finanziellen Nutzen sehen. Das ist keine bestätigte Entscheidung gegen BioWare, aber eine nachvollziehbare Warnung in einer Phase, in der der Konzern neu ausgerichtet werden könnte.
Für Fans bedeutet das vor allem: Die bisherigen Hinweise zum Spiel sind kein Ersatz für eine gesicherte Produktion bis zum Ende. Solange EA und BioWare keinen konkreten Zeitplan nennen, bleibt Mass Effect 5 ein Langzeitprojekt mit offenem Ausgang.
Was über das neue Mass Effect bekannt ist
BioWare hat über mehrere Jahre einzelne Hinweise zum Setting gegeben. Die Geschichte soll Hunderte Jahre nach Mass Effect 3 wieder in der Milchstraße spielen, lange nach dem Sieg über die Reaper. Liara soll zurückkehren. Auch die Geth und Elemente aus Andromeda könnten eine Rolle spielen.
Die Kroganer sollen einen Bürgerkrieg erlebt haben. Außerdem deuten die Informationen auf ein neues Mitglied des N7-Programms als Spielfigur hin. Romanzen sowie ein System in der Tradition von Paragon und Renegade sollen ebenfalls wieder Teil des Spiels sein. Wie diese Ideen am Ende zusammenpassen, ist noch nicht klar.
Die Marke bleibt wichtig, BioWare aber unter Beobachtung
Neben dem Spiel arbeitet Amazon Prime Video an einer Live-Action-Serie zu Mass Effect. Sie soll ebenfalls nach Mass Effect 3 angesiedelt sein und eine neue Geschichte erzählen. Ob dieses Projekt den Stellenwert der Marke innerhalb von EA erhöht, lässt sich derzeit nicht beurteilen.
Mass Effect hat weiterhin eine große Fangemeinde und ein starkes Universum. Für BioWare zählt nun aber nicht nur, was kreativ geplant ist. Entscheidend wird sein, ob die neue EA-Führung bereit ist, Zeit und Geld für ein großes Einzelspieler-Rollenspiel bereitzustellen.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
