Tomb Raider: Legacy of Atlantis soll das Original von 1996 nicht einfach glätten. Crystal Dynamics beschreibt das Projekt vielmehr als Neuauflage, die den Kern des damaligen Leveldesigns bewahren und zugleich heutigen Erwartungen gerecht werden will.
Der entscheidende Punkt dabei ist Wahlfreiheit. Wer beim Erkunden und in Kämpfen Unterstützung möchte, soll sie bekommen. Wer Lara Croft möglichst puristisch mit zwei Pistolen durch die Ruinen schicken will, soll ebenfalls nicht ausgebremst werden.
Hilfen sollen nicht zur Pflicht werden
Lara erhält einen Scanner, dessen Einsatz die Spielenden selbst bestimmen. Er kann Hinweise zu Rätselmechanismen liefern. Alternativ dient er dazu, Informationen über die Welt und ihre Vergangenheit zu erfahren, ohne die Lösung eines Rätsels vorwegzunehmen.
Das passt zu einem Ansatz, der auch beim Tempo sichtbar wird. Eine zeitliche Begrenzung ist nicht vorgesehen. So können Neulinge jeden Bereich in Ruhe untersuchen, während erfahrene Spielerinnen und Spieler offenbar weiterhin auf schnelle Durchläufe setzen können.
Alte Rätselräume in einer glaubhafteren Welt
Die Ruinen in Peru sollen verlassene Orte mit langer Geschichte vermitteln. Gleichzeitig steht Crystal Dynamics vor einer bekannten Remake-Aufgabe: Die markanten Rätselräume des Originals müssen in einer detaillierteren Umgebung weiterhin plausibel wirken.
Versteckte Wege und kleine Geheimnisse sollen die Neugier belohnen. Das ist wichtig, denn gerade das freie Suchen nach dem nächsten Weg gehörte zur Identität des frühen Tomb Raider. Die Entwickler betonen, dass Änderungen vor allem dort vorgenommen werden sollen, wo das ursprüngliche Team sie ohne die technischen Grenzen von 1996 wohl ebenfalls umgesetzt hätte.
Modernere Kämpfe, unterschiedliche Ausrüstung
Auch die Gefechte werden deutlich verändert. Lara soll sich konstant bewegen können und über einen Fokus-Modus die Zeit verlangsamen, um gezielter zu schießen. Als Beispiel wurde ein Kampf gegen die bekannten Dinosaurier gezeigt.
Die roten Raptoren bleiben optisch wiedererkennbar, tragen nun aber Federn. Damit greift das Team den heutigen Forschungsstand zu Dinosauriern auf. Bei der Ausrüstung darf Lara besondere Waffen nutzen und Heilgegenstände herstellen. Dieses Crafting soll vor allem helfen, wenn Kämpfe schwerfallen. Es ist keine Voraussetzung für den Durchlauf.
Ein heikler Spagat mit klarer Richtung
Das Konzept klingt sinnvoll, weil es nicht zwischen Nostalgie und Komfort wählen lässt. Ein Scanner kann Rätsel zugänglicher machen, ohne Spielern die Freude am eigenen Knobeln zu nehmen. Optionale Hilfsmittel sind für ein Remake dieses Alters meist überzeugender als ein komplett vereinfachter Ablauf.
Ob die neue Beweglichkeit und der Fokus-Modus noch zum Rhythmus des Klassikers passen, wird sich erst im fertigen Spiel zeigen. Klar ist aber: Legacy of Atlantis will Laras erstes Abenteuer nicht nur schöner nachbauen, sondern unterschiedliche Spielweisen bewusst zulassen.
Tomb Raider: Legacy of Atlantis soll am 12. Februar 2027 für PC, PS5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 erscheinen.
Über den Autor
Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.