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PUBG: DED.NET setzt bewusst auf Ecken statt Massenmarkt

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

PUBG: DED.NET will sich nicht damit begnügen, die bekannte Battle-Royale-Formel zu wiederholen. Stattdessen setzt der geplante Ableger auf 25- bis 30-minütige Runden, Fortschritt über mehrere Partien und eine bewusst schräge, blutige Welt.

Creative Director Dave Curd macht daraus keinen Kompromiss. Sein Ziel ist offenbar nicht, jede Art von PUBG-Spieler abzuholen. DED.NET soll Reaktionen auslösen, auch wenn manche davon negativ ausfallen.

Ein Battle Royale mit Folgen

DED.NET bleibt ein Multiplayer-Ego-Shooter, in dem Überleben zählt. Der große Unterschied zu PUBG liegt in der Struktur: Figuren entwickeln sich über mehrere Durchläufe weiter. Verletzungen, Eigenschaften und gewählte Builds gehören damit nicht nur zu einer einzelnen Runde.

Diese Idee entstand laut Curd aus frühen Tests mit dauerhaften Einschränkungen. Reine Nachteile wie Unterkühlung oder Nachwirkungen eines Kopftreffers seien bei Testspielern schlecht angekommen. Das Team ging deshalb in eine andere Richtung: Einschränkungen sollen zugleich ungewöhnliche Situationen erzeugen.

Genannt werden etwa Husten nach dem Schwimmen, Niesen im Rauch, fallen gelassene Waffen oder ein Effekt, bei dem eine spektakuläre Bewegung eine Explosion auslösen kann. Solche Eigenheiten können im Team nützlich sein, aber auch Probleme verursachen. Genau darin sieht DED.NET seinen Ansatz für Geschichten, die nicht mit dem Ende eines Matches verschwinden.

Grunge House statt Militär-Realismus

Die Handlung ist im Jahr 1996 in Cascadia angesiedelt, einer Umgebung mit Einflüssen aus dem pazifischen Nordwesten der 1990er. Die Entwickler bezeichnen den Stil als „Grunge House“. Als Inspirationsquellen nennt Curd unter anderem Grunge-Musik, italienische Zombiefilme, Grindhouse-Kino und Filme von Quentin Tarantino.

Das erklärt auch, warum DED.NET deutlich stärker auf Horror und Body-Horror setzt als das Hauptspiel. In der Welt sollen etwa abgetrennte Hände durch Macheten ersetzt werden können. Dazu kommen Schauplätze wie eine Sektenvilla oder ein unterirdischer Raum voller Leichen. Das ist klar keine neutrale PUBG-Variante.

Charaktere sollen mehr sein als Fähigkeiten

Zum Start des aktuellen Konzepts gehören neun Figuren. Sie stehen laut Curd miteinander und mit der Karte in Beziehungen. Quests sollen über den bloßen Sieg hinausgehen. Verbündete und Rivalen erhalten dabei eigene Rollen.

Diese Verbindungen sollen auch im Spiel hörbar werden, etwa wenn ein Verbündeter markiert oder ein Rivale wiederbelebt wird. Nach einem Spieltest sei bereits Fan-Art zu solchen Beziehungen entstanden. Das ist noch kein Beweis für einen Erfolg, zeigt aber, worauf das Team baut: auf eine kleinere, engagierte Community statt auf möglichst glatte Figuren.

Risiko als klares Konzept

Curds zentrale Aussage ist simpel: Gleichgültigkeit sei gefährlicher als Ablehnung. Für DED.NET bedeutet das, dass die Entwickler lieber ein Spiel mit klarer Identität bauen wollen als einen Ableger, der niemanden stört, aber auch niemanden begeistert.

Das ist ein nachvollziehbarer Plan, aber auch ein riskanter. Roguelite-Fortschritt und verrückte Figuren-Effekte können neue Geschichten schaffen. Sie können für Spieler, die an die faire und eigenständige Runde von PUBG gewöhnt sind, aber ebenso wie ein Bruch mit dem Kern wirken. Gerade deshalb wird entscheidend sein, ob die Mechaniken tatsächlich spannend bleiben und nicht nur auffallen.

Closed Beta geplant

Eine Anmeldung für die kommende Closed Beta ist bereits möglich. Einen Veröffentlichungszeitraum gibt es noch nicht. PUBG: DED.NET ist für PC, PlayStation 5 sowie Xbox Series X und S vorgesehen.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.