Die gamescom hat sich nach Diebstählen von Hardware bei Indie-Ausstellern für ihre erste öffentliche Reaktion entschuldigt. Der Veranstalter räumt ein, dass das ursprüngliche Statement den Betroffenen nicht das nötige Mitgefühl entgegengebracht habe.
Auslöser war ein Bericht des Indie-Entwicklers Ryan Laley vom 28. August. Nach seinen Angaben wurden sämtliche Laptops von seinem Stand gestohlen. Er erklärte zudem, mit weiteren Entwicklern gesprochen zu haben, die ähnliche Vorfälle erlebt hätten.
Erste Antwort sorgte für Kritik
In der ersten Stellungnahme verwies die gamescom auf allgemeine Sicherheitsregeln, buchbare Stand-Security und die Pflicht der Aussteller, ihre Geräte selbst gegen Diebstahl zu sichern. Das kam bei vielen Ausstellern und Besuchern schlecht an. Die Reaktion wirkte auf Teile der Community wie eine Verlagerung der Verantwortung auf die Betroffenen.
Mit dem neuen Statement korrigiert die gamescom diesen Ton deutlich. Ein Diebstahl sei nicht nur ein materieller Verlust, sondern könne gerade für kleine Studios eine Messe vollständig überschatten und Arbeit gefährden, in die Monate oder Jahre geflossen sind.
Roundtable und Prüfung der Sicherheitsmaßnahmen
Der Veranstalter will die Sicherheitslage für Indie-Aussteller nun im Rahmen der üblichen Nachbereitung und des Ausstellerfeedbacks gezielt prüfen. In den kommenden Wochen soll außerdem ein Roundtable mit Organisatoren von Indie-Ständen stattfinden. Dort sollen konkrete Verbesserungen gemeinsam erarbeitet werden.
Betroffene Aussteller werden gebeten, Vorfälle sowohl bei der gamescom als auch bei der Polizei zu melden, auch wenn diese bereits länger zurückliegen. Nur mit dokumentierten Fällen lassen sich mögliche Muster erkennen und Maßnahmen gezielter planen.
Branchenhilfe ersetzt keine Verantwortung
Positiv ist, dass nach den Berichten schnell Unterstützung aus der Branche angeboten wurde. CD Projekt Red kündigte gegenüber Laley Hilfe an. Auch Entwickler Joe Henson, bekannt als Indie Game Joe, bot Unterstützung an.
Diese Solidarität ist wichtig, löst aber das Kernproblem nicht. Für kleine Teams kann gestohlene Arbeitsausrüstung unmittelbar bedeuten, dass Termine, Vorführungen und wichtige Gespräche auf einer Messe wegbrechen. Dass die gamescom ihre erste Antwort öffentlich zurücknimmt und Indie-Aussteller einbeziehen will, ist deshalb der nötige erste Schritt. Entscheidend wird sein, welche konkreten Schutzmaßnahmen daraus folgen.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
