Das angekündigte MMO im League-of-Legends-Universum lebt weiter. Riot-Mitgründer Mark Merrill hat auf der PAX bekräftigt, dass das Team an dem Projekt arbeitet und Fortschritte macht. Für das Studio sei es eine besonders große Aufgabe, die intern mit der Suche nach dem Heiligen Gral verglichen werde.
Die Aussage kommt zu einer Zeit, in der viele Fans vorsichtig geworden sind. Das MMO wurde bereits 2024 neu angesetzt, wichtige Personen verließen das Projekt, und Riot will die aktive Entwicklung des Fighting Games 2XKO Ende 2026 einstellen. Merrills Optimismus ist deshalb ein Signal, aber noch keine konkrete Aussicht auf einen baldigen Release.
Ein MMO mit hoher Fallhöhe
Riot hatte das MMO im August 2021 angekündigt. Seitdem blieb es lange ruhig, ehe das Studio bestätigte, bei der Entwicklung noch einmal von vorn begonnen zu haben. Dieser Schritt zeigt, wie hoch die eigenen Ansprüche offenbar sind. Ein Online-Rollenspiel in Runeterra soll nicht nur bekannte Figuren und Regionen nutzen, sondern über lange Zeit genügend Inhalte und eine stabile Community bieten.
Merrill räumte ein, dass ein Projekt dieser Größe schwer umzusetzen sei. Gleichzeitig erklärte er, Riot kenne die Erwartungen der Spielerinnen und Spieler und müsse nun beweisen, dass das Team sie auch erfüllen kann. Konkrete Details zu Spielsystemen, Plattformen oder einem Termin nannte er nicht.
2XKO verstärkt die Skepsis
Das angekündigte Ende der aktiven 2XKO-Entwicklung belastet die Stimmung rund um weitere Riot-Projekte. Das Fighting Game erschien erst Ende 2025 und richtete sich bewusst an eine eher anspruchsvolle Kampfspiel-Community. In sozialen Netzwerken äußern Fans daher Zweifel, ob Riot einem MMO genug Zeit geben würde, falls dessen Start nicht sofort sehr große Zahlen erreicht.
Der Vergleich hat Grenzen. Ein MMORPG kann grundsätzlich ein breiteres Publikum ansprechen als ein Fighting Game. Trotzdem ist der Einwand nachvollziehbar: Gerade ein MMO braucht einen langen Atem, regelmäßige Updates und Vertrauen in die Zukunft. Nach einem Neustart und mehreren personellen Wechseln muss Riot dieses Vertrauen erst wieder aufbauen.
Erfahrung aus World of Warcraft an Bord
Im Januar wechselte der frühere World-of-Warcraft-Produzent Raymond Bartos zu Riot Games. Seine Verpflichtung wird von Teilen der Community als positives Zeichen gelesen. Sie verändert aber nicht die wichtigste Tatsache: Das Projekt befindet sich weiterhin in einer Phase, in der Riot vor allem liefern muss.
Schon 2022 hatte der damalige Executive Producer Greg Street darauf hingewiesen, dass es keine Garantie für eine Veröffentlichung gebe. Nach seinem Abgang Anfang 2023 und dem späteren Entwicklungsreset ist diese Vorsicht weiterhin angebracht. Das League-of-Legends-MMO bleibt eines der spannendsten offenen Projekte der Branche, aber auch eines mit erheblichen Risiken.
Was Fans daraus mitnehmen sollten
Die neue Aussage bestätigt zumindest, dass Riot das MMO nicht still begraben hat. Mehr lässt sich daraus noch nicht ableiten. Wer auf ein großes Online-Abenteuer in Runeterra wartet, sollte die Entwicklung weiter verfolgen, aber weder mit einem nahen Termin noch mit schnellen Enthüllungen rechnen.
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