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Physint wechselt zu Xbox: Kojima schildert den Druck hinter dem Deal

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Physint bekommt einen neuen Partner: Hideo Kojima zufolge wird das Projekt künftig mit Xbox fortgesetzt. Zuvor soll Sony die Finanzierung des geplanten Spiels beendet haben. Für Kojima Productions war das laut seinem Bericht ein harter Einschnitt, weil das unabhängige Studio seine Planung auf zwei große Projekte ausgerichtet hatte.

Kojima betont zugleich, dass seine langjährige Beziehung zu Sony nicht zerbrochen sei. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen den späten Zeitpunkt der Entscheidung. Die kurzfristige Umstellung habe das Studio vor die Frage gestellt, wie es Team, Verträge und laufende Vorbereitungen absichern kann.

Ein Projekt weniger hätte das Studio getroffen

Kojima Productions arbeitet nach diesen Angaben an OD und Physint. Weil das Studio projektbezogen finanziert wird, hing an Physint auch Personalplanung. Kojima spricht von rund 200 Mitarbeitenden im Unternehmen und davon, dass das Team für das zusätzliche Projekt gewachsen war.

Nach dem Gespräch mit Sony hielt die Führung die Nachricht zunächst in einem kleinen Kreis. Kurz darauf informierte Kojima die Leitung des Physint-Teams. Teile des Teams wurden vorübergehend zu OD versetzt. Kündigungen habe es nach seinen Worten nicht gegeben.

Das ist ein wichtiger Punkt hinter der großen Schlagzeile. Ein Wechsel von Exklusivpartnern klingt von außen nach einer Geschäftsentscheidung. Für ein unabhängiges Studio kann er aber unmittelbar über Kapazitäten, Kreditverpflichtungen und den Verbleib spezialisierter Teams entscheiden.

Xbox soll mehr als Finanzierung liefern

Kojima suchte nach einem Partner, der nicht nur Geld bereitstellt. Genannt werden technische Unterstützung, Marketing und Hilfe bei Playtests. Xbox war bereits über OD mit Kojima Productions verbunden und erhielt schließlich eine ausführliche Vorstellung von Physint.

Die gemeinsame Richtung soll über ein einzelnes Spiel hinausgehen. Kojima beschreibt Physint als Grundlage für eine größere Marke, die auch andere Medienformen einbeziehen könnte. Konkrete Ankündigungen zu Filmen, Serien, Musik oder weiteren Formaten gibt es aber nicht. Das ist derzeit eine Vision, kein bestätigter Plan mit Terminen.

Die Entwicklung läuft weiter, aber im kleinen Rahmen

Physint ist offenbar noch weit von einer vollständigen Produktion entfernt. Kojima arbeitet nach eigener Aussage weiter am Konzept, an Welt, Szenario, Design und Casting. Bei Spielsystemen und Technik werde noch experimentiert. Auch über die verwendete Engine sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Das Kernteam bleibt klein, während andere Bereiche an OD arbeiten. Kojima erwartet deshalb keine komplette Neuausrichtung, sagt aber klar: Mit einem größeren Team würde Physint schneller vorankommen.

PlayStation-Version bleibt offen

Ob Physint trotz des Wechsels auch für PlayStation erscheint, kann Kojima nicht beantworten. Diese Entscheidung liege bei Xbox und sei noch nicht kommuniziert worden. Wer auf eine bestimmte Plattform wartet, hat aktuell also keine belastbare Zusage.

Fest steht vorerst nur: Physint wurde nicht eingestellt. Für Kojima Productions ist der Xbox-Deal vor allem eine Absicherung des Projekts und des Teams. Für Spielerinnen und Spieler beginnt nun eine neue Phase der Ungewissheit, denn zu Spiel, Technik und Plattformen sind weiterhin viele Fragen offen.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.