In Wardogs ist eine Streamerin nach dem Einsatz eines Exploits gesperrt worden. Der Fall betrifft nicht nur einen ungewöhnlichen Matchablauf, sondern die Verbindung aus Spielwährung, Premiumwährung und kosmetischen Käufen.
Nach Angaben des Entwicklers nutzten KatieRouu und ihr Trupp gezielt die Bau-Mechanik rund um Vorwärtsoperationsbasen. Das so verdiente Geld soll anschließend teilweise in Gold umgewandelt und für Skins ausgegeben worden sein.
Türme bauen, Basis abgeben, Belohnungen kassieren
Wardogs verbindet Frontkampf, Logistik und den Aufbau von Vorwärtsoperationsbasen, kurz FOBs. Spieler erhalten Ingame-Geld unter anderem für Aufklärung, Transporte und Unterstützung im Gefecht. Dieses Geld kann für Ausrüstung und Zusammenstellungen eingesetzt werden.
Der fragliche Ablauf setzte bei Gebäuden an einer FOB an. Der Trupp platzierte zahlreiche Scharfschützen-Aussichtstürme und ließ das gegnerische Team die Basis übernehmen. Danach griff die Gruppe die nun gegnerischen Gebäude aus einer anderen, mit Munition versorgten FOB per Mörser an.
Dadurch entstanden offenbar Einnahmen sowohl durch zerstörte feindliche Bauten als auch durch Unterstützungswertungen für die Munitionsversorgung. Der zentrale Vorwurf: Die Gruppe spielte nicht auf einen normalen Fortschritt im Match hin, sondern erzeugte gezielt eine wiederholbare Geldschleife.
Warum der Fall über ein einzelnes Match hinausgeht
Übrig gebliebenes Söldnergeld kann am Ende einer Saison oder beim Eintausch in Gold übergehen. Diese Premiumwährung dient für Skins und weitere kosmetische Inhalte. Ein Fehler in der Geldbeschaffung kann damit unmittelbare Folgen für die Spielökonomie haben.
Der Entwickler betont, dass es sich nicht um organisches Gameplay gehandelt habe. Er verweist außerdem darauf, dass mehrere Beteiligte ihr durch den Ablauf verdientes Geld direkt in Gold umgewandelt und kosmetische Gegenstände gekauft hätten.
Ein Teil der Community sieht den Ablauf offenbar als Nutzung vorhandener Systeme. Für Bulkhead zählt dagegen die erkennbare Absicht. Der CEO erklärte, die Streamerin habe gewusst, dass der Ablauf nicht vorgesehen sei. Wer einen solchen Fehler melde, helfe dem Spiel. Ihn öffentlich auszunutzen und zu verbreiten, überschreite aus Sicht des Studios die Grenze.
Exploit für Saison 2 geschlossen
Bulkhead hält an der Strafe fest. Der offizielle Account des Spiels erklärte, dass der bekannte Missbrauch von Cash- und XP-Exploits nicht mehr geduldet werde und die Entscheidung endgültig sei.
Für Saison 2 sei die betroffene Lücke geschlossen worden. Zusätzlich habe das Team eine Datenerfassung für auffälliges Verhalten und Ereignisse eingerichtet. Das ist für Wardogs wichtig: Sobald Spielwährung in kosmetisch nutzbare Premiumwährung übergehen kann, braucht ein Multiplayer-Spiel klare Grenzen und nachvollziehbare Reaktionen auf Missbrauch.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
