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Review

Castlevania: Belmont’s Curse im Test: Starke Kämpfe, harte Sprünge

Lydia
  • 1 Min. Lesezeit

Castlevania: Belmont’s Curse setzt auf eine vertraute Stärke der Reihe: Eine große, verschachtelte Welt wird erst mit der Zeit wirklich zugänglich. Rose Belmont findet neue Wege, Waffen und Magie, kehrt an bekannte Orte zurück und kann Hindernisse später anders angehen. Das gibt dem Fortschritt Gewicht.

Motion Twin bringt dabei eigene Erfahrungen mit, ohne aus dem Spiel ein Roguelike zu machen. Belmont’s Curse bleibt ein klassisches, actionreiches Metroidvania. Besonders überzeugend ist, wie offen es Spielerinnen und Spieler bei der Vorbereitung auf schwierige Kämpfe lässt.

Sieben Waffen und Magie mit Aufgaben

Roses Peitsche ist der Ausgangspunkt, aber längst nicht ihre einzige Option. Insgesamt stehen sieben Waffenklassen bereit, darunter Schwerter, Schildvarianten, Dual-Waffen, eine werfbare Lanze und Fäustlinge. Von jeder Klasse lassen sich vier stärkere Ausführungen finden. Die beste Stufe kann zusätzlich einen Bonus bieten.

Viele dieser Fundstücke liegen nicht einfach auf dem Weg. Versteckte Orte und optionale Bosse machen Erkundung sinnvoll. Wer bei einem Kampf festhängt, muss also nicht nur wiederholt denselben Versuch starten. Es kann klüger sein, erst eine andere Route zu wählen und mit besseren Möglichkeiten zurückzukehren.

Die Arcanas geben diesem Aufbau eine zweite Ebene. Besiegte Gegner verleihen Rose neue Kräfte, etwa ein zurückkehrendes Holy Cross oder Medusas Blick. Diese Fähigkeiten wachsen durch konkrete Herausforderungen. Wer etwa Gegner in der Luft versteinert und durch den Fall besiegt, verdient Punkte für weitere Verbesserungen. Schön gelöst ist auch die Einbindung der Kräfte in die Welt: Die befreiten Figuren bleiben bei Rose präsent und kommentieren das Geschehen.

Eine Karte, die zum Weiterziehen einlädt

Die Handlung führt Rose 1499 von Paris bis in Draculas Umfeld. Brennende Straßen, Kanalisation, Spiegelgänge und das Schloss bilden eine große Karte mit vielen verschlossenen Wegen. Double Jump, Dash und weitere Bewegungsmöglichkeiten öffnen nach und nach Abkürzungen und Geheimnisse.

Die Karte ist dabei ein nützliches Werkzeug statt bloßer Dekoration. Sie zeigt noch nicht besuchte Bereiche und verschlossene Türen. Wichtige Fundorte werden vermerkt, eigene Markierungen sind ebenfalls möglich. Das hilft vor allem dann, wenn eine neue Fähigkeit plötzlich mehrere alte Sackgassen interessant macht.

Auch die ersten Bosse unterstützen diesen Ansatz. Nach einem sehr fordernden Auftakt lässt das Spiel bei den folgenden drei Bossen offenbar Auswahl. Die Reihenfolge kann entscheidend sein, denn ein gewonnenes Arcana kann gegen einen anderen Gegner einen echten Vorteil schaffen. Wer gerne ausprobiert, plant und seine Figur Schritt für Schritt weiterentwickelt, bekommt hier viel Raum.

Die Kämpfe sind flexibel, die Sprünge nicht

Belmont’s Curse bietet umfangreiche Einstellungen für die Kämpfe. Schaden, Erfahrungspunkte und sogar das Sterben lassen sich anpassen. Das ist eine starke Option für Menschen, die die Welt und das Fortschrittssystem erleben möchten, ohne an einzelnen Duellen hängen zu bleiben.

Bei den Plattformpassagen hilft das Menü allerdings nicht weiter. Gerade später verlangt das Spiel präzise Kombinationen aus Wandsprüngen, Dash, Peitschenhaken und zeitlich abgestimmten Barrieren. Diese Sequenzen sind bewusst anspruchsvoll. Wer mit anspruchsvollem Platforming wenig anfangen kann, sollte das vor dem Kauf bedenken, denn sie sind ein zentraler Teil des Spiels.

Positiv ist die klare Lesbarkeit in den Kämpfen. Trotz großer Effekte, Spezialangriffe und zusammenbrechender Umgebung bleibt nachvollziehbar, wann ein Ausweichen oder Blocken nötig gewesen wäre. Niederlagen lassen sich dadurch eher als Lernschritt verstehen als als willkürliche Strafe.

Viel Atmosphäre, einfache Geschichte

Optisch setzt das Spiel starke Akzente. Das flackernde Paris mit der brennenden Notre-Dame, die malerischen Hintergründe und die flüssigen Animationen schaffen eine dichte Gothic-Stimmung. Die Welt ist farbiger, als man es vielleicht erwartet, verliert aber nicht ihren düsteren Charakter.

Die Synchronsprecher tragen die Geschichte zuverlässig. Inhaltlich bleibt Roses Jagd auf Dracula jedoch eher geradlinig und vorhersehbar. Das trägt die Reise, wird aber nicht zum größten Grund weiterzuspielen. Die Musik erfüllt ihren Zweck und unterstützt die Stimmung passend, erreicht laut Testeindruck aber nicht ganz die Wucht mancher Serienteile.

Für wen lohnt sich Belmont’s Curse?

Castlevania: Belmont’s Curse überzeugt mit einer Welt, die Erkundung belohnt, und einem Kampfsystem, das viele sinnvolle Werkzeuge bietet. Die Kombination aus Waffenfunden, Arcanas und frei wählbaren Wegen zu frühen Bossen sorgt dafür, dass Fortschritt selten nur nach sturem Wiederholen aussieht.

Für Fans von Metroidvanias ist Roses Abenteuer eine klare Empfehlung, besonders wenn ihr harte Kämpfe mögt, aber an anderen Stellen selbst bestimmen wollt, wie viel Druck ihr euch macht. Nur bei den Sprungpassagen verlangt das Spiel volle Mitarbeit. Sie lassen sich nicht vereinfachen und entscheiden mit darüber, ob euch diese Reise durch Draculas Welt begeistert.

Über den Autor

Lydia Autor

Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.