High on Life 2 will offenbar nicht einfach nur lauter sein als der erste Teil. Die einstündige Demo deutet auf eine Fortsetzung hin, die ihren schrägen Humor behält, aber spielerisch breiter aufgestellt ist.
Besonders auffällig sind das Skateboard als neue Fortbewegung, zusätzliche Dialogoptionen für die sprechenden Waffen und Abschnitte, die weit über normale Shooter-Gefechte hinausgehen. Wer den ersten Teil mochte, bekommt hier gute Gründe, genauer hinzusehen.
Der Humor bleibt klar erwachsen
High on Life 2 klingt weiter wie ein Spiel, das keine Angst vor groben Witzen hat. In der Demo ging es unter anderem um eine Alien-Strandstadt, eine Bar, einen betrunkenen Begleiter, einen gestohlenen Film-Fedora und ein Museumsrätsel rund um einen riesigen Alien-Phallus. Das ist nicht subtil. Das will es auch nicht sein.
Wichtig ist dabei: Die Fortsetzung scheint den Humor nicht nur in Dialoge zu pressen. Viele Gags hängen direkt an Aufgaben, Orten oder kleinen Spielideen. Dadurch wirkt der Unsinn weniger wie Beiwerk und mehr wie ein Teil des Spielrhythmus. Genau das war schon beim ersten High on Life entscheidend, weil die Comedy dort oft mit dem Shooter-Design verzahnt war.
Für Spielerinnen und Spieler, die mit derbem Ton nichts anfangen können, wird High on Life 2 vermutlich keine Kehrtwende. Wer aber gerade diese absurde Mischung aus Sci-Fi, Kopfgeldjagd und sprechenden Waffen mochte, dürfte sich schnell wieder zu Hause fühlen.
Skateboard statt normalem Sprint
Die größte praktische Neuerung der Demo ist das Skateboard. Es ersetzt im Kern die Sprint-Funktion. Drückst du den Sprint-Knopf, steigt die Hauptfigur aufs Board und bewegt sich schneller durch offene Bereiche.
Das ist mehr als ein optischer Trick. In der Demo konnte man auf Schienen grinden, Schwung für Sprünge nutzen und das Board sogar in einem einfachen Rätsel einsetzen. Ein leerer Pool auf einem Kreuzfahrtschiff diente ebenfalls als Spielplatz für die neue Bewegung.
Für einen Ego-Shooter ist das eine interessante Entscheidung. Viele moderne Shooter lösen Mobilität über Dashes, Greifhaken oder Doppelsprünge. High on Life 2 kombiniert nun das Board mit bereits bekannten Bewegungswerkzeugen wie Knifey, der als Enterhaken genutzt werden kann. Dadurch entsteht mehr Tempo, ohne dass das Spiel seine schräge Identität verliert.
Mehr Optionen in Gesprächen und Kämpfen
Eine kleine, aber sinnvolle Änderung betrifft die Waffencharaktere. In High on Life 2 gibt es Dialogoptionen für einzelne Waffen. Wählst du eine Antwort, die zu einer anderen Waffe gehört als der aktuell gehaltenen, wechselt das Spiel entsprechend die Waffe.
Das klingt erst einmal nach einem Comedy-Feature. Es kann aber auch dafür sorgen, dass Gespräche bei mehreren Durchläufen nicht immer gleich klingen. Eine vollständige Wiederspielbarkeit sollte man daraus noch nicht ableiten. Dafür ist die Information zu begrenzt. Als Ergänzung zum Konzept der sprechenden Waffen passt es aber sehr gut.
Auch die Kämpfe wirken in der Demo variabler als im ersten Teil. Wer in Bewegung bleibt, das Skateboard nutzt, mit Knifey an Positionen herankommt und die Spezialangriffe der Waffen sinnvoll einsetzt, hat mehr Möglichkeiten in einer Begegnung. Diese Spezialangriffe haben Abklingzeiten, können also nicht dauerhaft gespammt werden.
Das ist genau die Art von Weiterentwicklung, die eine Fortsetzung braucht. Nicht alles neu machen, sondern das vorhandene System beweglicher und reaktiver machen.
Pinkline Harbor und das Kreuzfahrtschiff
Der Demo-Abschnitt startete in Pinkline Harbor, einer Strandstadt mit Bar, Skateshop und Grill mit Blick aufs Meer. Dort tauchen Kopfgeldjäger auf, die die Hauptfigur erkennen. Nach einem Kampf öffnet sich der Bereich zum Erkunden.
Später führt der Weg auf die Pinkline Panacea, ein Kreuzfahrtschiff. Der Grund dafür ist Larry Pinkstock, ein Milliardär und mutmaßliches Ziel der Kopfgeldjagd. Um an Bord zu kommen, braucht es aber erst einen Umweg über Travis, einen neuen Begleiter, der zugleich ein Alien und eine Waffe ist.
Travis wirkt in der Demo wie ein typischer High-on-Life-Charakter: kaputt, laut genug für Chaos, aber wichtig für den nächsten Schritt. Man muss ihn bei Laune halten, unter anderem mit einem Glücksmesser, Tanz, betrunkenem Dart und einem Porträt. Ob diese Aktionen spielerisch viel Gewicht haben, ist fraglich. Als Comedy-Sequenz erfüllen sie ihren Zweck.
Der Krimi ist nicht nur ein Gag
Am stärksten überrascht der Krimi-Abschnitt auf dem Kreuzfahrtschiff. Auf den ersten Blick könnte man erwarten, dass High on Life 2 daraus nur eine kurze Witzsequenz macht. Laut Demo ist der Abschnitt aber deutlich ernsthafter aufgebaut.
Man spricht mehrfach mit vier Verdächtigen, untersucht den Raum nach offenen und versteckten Hinweisen, nutzt einen Notizblock auf dem Bildschirm und muss am Ende nicht nur jemanden beschuldigen. Es braucht auch ein Motiv und genug Verbindungen zwischen Beweisen und Verdächtigen.
Das ist bemerkenswert, weil High on Life 2 hier offenbar einen Gang zurückschaltet und vom Spieler Aufmerksamkeit verlangt. Gerade in einem Spiel, das sonst auf Tempo, Wortwitz und Shooter-Kämpfe setzt, kann so ein Abschnitt für Abwechslung sorgen. Entscheidend wird sein, ob solche Szenen im fertigen Spiel sauber eingebunden sind oder den Ablauf bremsen.
Bosskampf und neue Waffenidee
Gegen Ende der Demo tauchen die Flint Turtles auf. Praktisch sind das temporäre Pickups. Im Spiel selbst sind es kleine Reptilien, die Feuer spucken und dadurch als Einweg-Flammenwerfer dienen. Auch das passt zum Ton: eine alberne Idee mit klarer Funktion im Kampf.
Danach folgt ein Bosskampf gegen Kreg, den Anführer der Kopfgeldjägergruppe, die in der Demo immer wieder Druck macht. Der Kampf wird als eher klassischer Shooter-Boss beschrieben: Angriffsmuster lernen, Schwachstellen nutzen, dranbleiben.
Das muss nichts Schlechtes sein. Der erste High on Life hatte bereits starke Bossmomente. Wenn Teil 2 hier mehr Bewegungsoptionen und zusätzliche Werkzeuge einbindet, kann auch ein klassischer Aufbau gut funktionieren.
Was wir aus der Demo mitnehmen
High on Life 2 erscheint nach aktuellem Stand am 13. Februar 2026 für Xbox, PC und PS5. Für Xbox ist außerdem Game Pass zum Start genannt. Die Demo zeigt nur einen Ausschnitt, aber dieser Ausschnitt ist erstaunlich vollgepackt.
Die wichtigsten Punkte sind klar:
- Das Skateboard erweitert die Bewegung spürbar.
- Die Kämpfe bieten mehr Werkzeuge und mehr Tempo.
- Dialogoptionen der Waffen können Gespräche abwechslungsreicher machen.
- Die Demo mischt Shooter, Minispiele, Rätsel und Krimi-Ermittlung.
- Der Humor bleibt derb und klar nicht für jedes Publikum gedacht.
Für mich ist das der richtige Weg für eine Fortsetzung. High on Life 2 scheint nicht nur mehr vom Gleichen liefern zu wollen. Es behält die Stimme des Originals, gibt dem Spieler aber mehr zu tun. Wenn das fertige Spiel diese Dichte halten kann, wird es für Fans des ersten Teils sehr interessant.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
