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Zwischen Nostalgie und Neuanfang: Warum „Pharaoh: A New Era“ auf Steam gerade wieder Fans alter Aufbau-Giganten begeistert

Lydia
  • 1 Min. Lesezeit

Zwischen Nostalgie und Neuanfang: Warum „Pharaoh: A New Era“ auf Steam gerade wieder Fans alter Aufbau-Giganten begeistert

Wer früher Nächte mit Caesar 3, Zeus oder dem originalen Pharao verbracht hat, dürfte beim Namen Pharaoh: A New Era sofort hellhörig werden. Das Remake des legendären Städtebau-Klassikers aus dem Jahr 1999 bringt das alte Ägypten zurück auf moderne Rechner – mit neuer Grafik, überarbeiteter Benutzeroberfläche und jeder Menge Quality-of-Life-Features. Doch reicht das, um auch heute noch gegen moderne Aufbau-Spiele zu bestehen?

Pharaoh: A New Era erschien im Februar 2023 für Steam und wurde vom französischen Studio Triskell Interactive entwickelt, während Dotemu als Publisher fungiert. Inhaltlich bleibt das Spiel dem Original erstaunlich treu: Spieler errichten Siedlungen entlang des Nils, organisieren Nahrung, Handel und Religion und bauen monumentale Bauwerke wie Pyramiden oder die Sphinx.

Besonders Fans klassischer Aufbauspiele feiern die gelungene Modernisierung vieler alter Mechaniken. Das neue Interface wirkt deutlich komfortabler, Gebäude lassen sich einfacher platzieren und dank globalem Arbeiterpool entfällt ein Teil des früher oft frustrierenden Mikromanagements. Auch Funktionen wie Copy-&-Paste für Gebäude oder ein verbessertes Nilometer sorgen dafür, dass sich der Titel moderner anfühlt, ohne seine Identität zu verlieren.

Visuell setzt das Remake auf handgezeichnete 2D-Grafik mit deutlich höherer Auflösung. Gerade in großen Städten entsteht dadurch eine beeindruckende Atmosphäre. Dennoch sorgt genau dieser Stil auch für Diskussionen in der Community. Einige Spieler lieben die farbenfrohe Neuinterpretation, andere vermissen den ernsteren Look des Originals. Kritiker loben zwar die liebevolle Überarbeitung, merken aber an, dass manche Designs fast zu „comicartig“ wirken.

Spielerisch bleibt Pharaoh: A New Era gnadenlos klassisch. Wer unüberlegt baut oder seine Wirtschaft vernachlässigt, wird schnell von Hungersnöten, Krankheiten oder Arbeitskräftemangel bestraft. Genau das macht aber für viele den Reiz aus. Anders als moderne City Builder verlangt das Spiel langfristige Planung statt schneller Erfolgserlebnisse. Besonders das Zusammenspiel aus Nilfluten, Landwirtschaft und Monumentbau erzeugt bis heute eine ungewöhnlich intensive Aufbau-Dynamik.

Ganz ohne Kritik kommt das Remake allerdings nicht davon. Zum Release berichteten zahlreiche Spieler über Bugs, technische Probleme und fehlende Komfortfunktionen wie eine drehbare Karte oder eine Minimap. Viele dieser Probleme wurden inzwischen verbessert, dennoch bleibt der technische Zustand ein häufiger Diskussionspunkt in Steam-Reviews.

Trotzdem zeigt sich deutlich: Pharaoh: A New Era trifft einen Nerv. Während viele moderne Aufbau-Spiele auf Tempo und Zugänglichkeit setzen, erinnert dieser Titel daran, warum die alten Sierra-Klassiker bis heute Kultstatus besitzen. Wer komplexe Wirtschaftsketten, langsamen Städtebau und historische Atmosphäre liebt, bekommt hier eines der stärksten Nostalgie-Projekte der letzten Jahre.

Die große Frage bleibt nun, ob weitere Klassiker wie Zeus: Herrscher des Olymp oder Caesar 3 ähnliche Neuauflagen erhalten könnten. Die Nachfrage der Community scheint jedenfalls größer zu sein als gedacht.

Über den Autor

Lydia Autor

Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.