Paralives ist erst seit dem 25. Mai im Early Access auf Steam, aber die Lebenssimulation hat schon jetzt viel Aufmerksamkeit. Laut den vorliegenden Zahlen erreichte das Spiel einen Höchstwert von 78.603 gleichzeitig aktiven Spielerinnen und Spielern. Dazu kommen mehr als 5.200 Nutzerbewertungen, von denen 88 Prozent positiv ausfallen.
Das Team hinter Paralives hat in einem ausführlichen Community-AMA viele Fragen beantwortet. Besonders wichtig waren dabei drei Themen: mehr glaubwürdiges Verhalten der Figuren, die Zukunft ohne kostenpflichtige DLCs und die Frage, wie schnell das kleine Team neue Wünsche umsetzen kann.
Updates sollen kostenlos bleiben
Die klare Ansage des Teams: Für Paralives sind keine kostenpflichtigen DLCs geplant, auch nicht nach dem Early Access. Stattdessen soll es kostenlose Updates geben.
Gründer und leitender Entwickler Alex Massé begründete das mit dem eigenen Blick als Fan von Lebenssimulationen. Das Team wolle kein Spiel bauen, bei dem viele zusätzliche Inhalte extra gekauft werden müssen. Laut Massé ist das Projekt finanziell durch die bisherigen Einnahmen für viele Jahre abgesichert, selbst wenn das Team wächst.
Das ist für die Community eine wichtige Nachricht. Gerade Lebenssimulationen leben oft lange durch neue Inhalte. Wenn Paralives diesen Weg wirklich ohne Bezahl-DLCs geht, hängt viel davon ab, wie gut kostenlose Updates geplant und verteilt werden.
Ein kleines Team mit vielen Wünschen auf dem Tisch
Aktuell besteht das Team aus 15 Personen. Massé sagte, dass eine Vergrößerung denkbar ist, aber nur in einem überschaubaren Rahmen. Das Team möchte klein bleiben, weil diese Arbeitsweise gut zu ihm passt.
Für die nächsten Monate nannte er vor allem zwei Schwerpunkte: Bugs beheben und den Live-Modus spielerisch verbessern. Das ist sinnvoll, denn bei einer Lebenssimulation merkt man kleine Probleme im Alltag sehr schnell. Wenn Figuren nicht sinnvoll reagieren oder Abläufe haken, fällt das sofort auf.
Mehr Autonomie für die Paras
Ein großes Thema war die Autonomie der Figuren. Einige Spielerinnen und Spieler kritisierten, dass Paras oft herumstehen oder sehr häufig zum Handy greifen, wenn man ihnen keine Aufgabe gibt.
Massé bestätigte, dass Autonomie ein wichtiges Kernfeature ist. Der Grund für das viele Handy-Verhalten liegt demnach auch darin, dass diese Aktionen ohne andere Figuren oder Gegenstände funktionieren. Sie sind für das Spiel also besonders einfach auszulösen.
Im Early Access sollen mehr autonome Aktionen und mehr Interaktionen helfen. Für Spielerinnen und Spieler wäre das ein wichtiger Schritt, damit die Welt lebendiger wirkt und nicht jede kleine Alltagssituation manuell angestoßen werden muss.
Multitasking kommt nicht so schnell
Nicht jeder Wunsch steht direkt auf dem Plan. Multitasking ist derzeit nicht geplant. Als Beispiel nannte die Community das gleichzeitige Essen und Fernsehen im Sitzen. Programmiererin Anna Thibert erklärte, dass so etwas technisch anspruchsvoll ist. Ganz ausgeschlossen ist es nicht, aber es bleibt eher eine mögliche Option für später.
Auch das Together-Card-System wurde angesprochen. Manche Rückmeldungen kritisieren, dass sich Karten schnell wiederholen und einfache soziale Optionen blockieren können. Programmierer Jérémie Tessier erklärte, dass aktuell kein paralleles System geplant ist. Stattdessen brauche es mehr Karten, mehr passende Situationen und bessere Wege, um bestimmte Stimmungen anzusteuern.
Mods mit Erwachseneninhalten: Erlaubt, wenn sie richtig markiert sind
Das Team äußerte sich auch zu Mods mit nicht jugendfreien Inhalten. Innerhalb des Steam Workshops sollen solche Mods möglich sein, solange sie den Steam-Regeln entsprechen und korrekt als Erwachseneninhalte gekennzeichnet werden.
Wichtig ist dabei die Grenze der Moderation. Das Team moderiert nach eigener Aussage nur Inhalte im Steam Workshop. Was außerhalb davon passiert, liegt nicht in seinem Zuständigkeitsbereich.
Warum das für die Community wichtig ist
Paralives steht noch am Anfang seines Early Access. Die starke Resonanz gibt dem Team Rückenwind, erhöht aber auch die Erwartungen. Viele Spielerinnen und Spieler wünschen sich mehr Tiefe, mehr Alltag und weniger Wiederholungen.
Die gute Nachricht: Das Team benennt die Baustellen offen. Die vorsichtige Nachricht: Manche Wünsche, etwa Multitasking, sind technisch nicht einfach und kommen nicht kurzfristig. Für alle, die Paralives jetzt schon spielen oder beobachten, ist der Fahrplan damit klarer. Zuerst geht es um Stabilität, Live-Modus und mehr Verhalten im Alltag.
Über den Autor
Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.