Aliens: Fireteam Elite 2 klingt nach einer Fortsetzung, die sehr genau weiß, was sie nicht ändern will. Der Kern bleibt ein PvE-Third-Person-Shooter gegen viele Xenomorphs. Neu sind vor allem vier Spieler im Team, eine zusätzliche Spezialistenklasse und Gegner, die schlauer und vielseitiger auftreten sollen.
Das ist keine radikale Neuausrichtung. Für diesen Stoff ist das aber kein schlechter Ansatz. Das erste Fireteam Elite lebte davon, dass sich ein kleines Einsatzteam durch enge Korridore kämpft, während die Aliens von überall kommen. Wenn Teil 2 diesen Druck mit mehr Teamspiel besser lesbar macht, kann daraus eine sinnvolle Fortsetzung werden.
Vierer-Koop ist die wichtigste Änderung
Die auffälligste Neuerung ist das größere Einsatzteam. Statt drei Marines rückt ihr nun mit vier Personen aus. Laut den ersten Spieleindrücken war genau das ein zentraler Wunsch vieler Fans.
Auf dem Papier klingt eine zusätzliche Person unspektakulär. In einem Koop-Shooter kann sie aber viel ändern. Vier Spieler bedeuten mehr Feuerwinkel, mehr Rollenverteilung und mehr Spielraum, wenn ein Teammitglied gerade heilt, nachlädt oder von einem Spezial-Xenomorph bedrängt wird.
Gerade bei höheren Schwierigkeitsgraden dürfte das Gewicht haben. Friendly Fire kehrt dort zurück. Wer dann nur wild in die Menge schießt, wird dem eigenen Team gefährlich. Neu ist auch eine Ducken-Funktion. Das klingt klein, kann aber für eingespielte Gruppen wichtig werden, wenn vorne jemand kniet und hinten weiter feuert.
Die USS Endeavor bleibt euer Startpunkt
Die Missionen beginnen auf der USS Endeavor im Orbit. Dort wählt ihr Einsätze aus, sprecht mit Crewmitgliedern, kauft neue Waffen und passt euren Charakter an. Die erste gespielte Mission gehört zur ersten Kampagne und dient als Prolog.
In der Geschichte steckt Ko, ein bekannter Verbündeter, auf der Planetenoberfläche in Schwierigkeiten. Mehr muss eine Auftaktmission in einem Aliens-Spiel kaum erklären. Entscheidend ist, wie schnell das Spiel die Gruppe aus der sicheren Basis in die feindliche Umgebung wirft.
Der Charaktereditor scheint solide zu sein, ohne besonders tief zu gehen. Das ist hier kein Drama. In der Third-Person-Perspektive schaut ihr im Einsatz meist auf Rüstung, Waffen und Hinterkopf. Wichtiger ist, ob sich Klasse und Ausrüstung gut unterscheiden.
Sechs Klassen, eine davon frei mischbar
Fünf Hauptklassen sind genannt: Duellant, Maschinist, Marodeur, Jäger und Sanitäter. Dazu kommt der neue Spezialist. Diese sechste Klasse funktioniert anders als die übrigen. Ihr könnt Waffen und Fähigkeiten kombinieren, die ihr in anderen Klassen freigeschaltet habt.
Das ist für Langzeitspieler interessant. Feste Klassen geben einem Team klare Aufgaben. Eine Bauklasse wie der Spezialist kann später Lücken füllen oder eigene Spielstile möglich machen. Wichtig wird sein, ob diese Freiheit gut ausbalanciert bleibt.
Der Sanitäter startet mit einem Heilgerät, das Verbündete im Wirkbereich langsam versorgt. Dazu kommt ein Adrenalinstoß, der dem Sanitäter und nahen Teammitgliedern kurzzeitig mehr Schaden gibt. Beide Fähigkeiten haben offenbar faire Abklingzeiten. Das klingt nach einer Rolle, die nicht nur im Hintergrund steht, sondern aktiv den Rhythmus eines Gefechts beeinflusst.
Die Xenomorphs sollen weniger stumpf anrennen
Aliens: Fireteam Elite 2 bringt bekannte und neue Spezialgegner. Die Drohne ist wieder dabei. Sie schleicht sich an, greift zu und zieht sich bei Beschuss in Lüftungsschächte zurück. Das passt zur Vorlage und zwingt ein Team dazu, nicht nur auf die offensichtliche Gegnerwelle zu starren.
Neu erwähnt wurde unter anderem der Harbinger. Dieser Xenomorph wird als besonders widerlich beschrieben, mit sechs Armen und einem riesigen Maul. Er soll Spieler aggressiv jagen, festnageln und im Nahkampf zerlegen. Das ist klar eher Horror als reine Schießbude.
Auch normale Xenomorphs sollen ein Intelligenz-Upgrade bekommen haben. Sie greifen aus mehreren Richtungen an, auch über Wände und Decken. Im Prolog auf normaler Schwierigkeit war der Druck offenbar noch überschaubar. Das kann an der frühen Mission liegen. Für die späteren Einsätze muss das System zeigen, ob die neuen Gegner wirklich taktischer werden oder nur zahlreicher.
Der Look zielt klar auf klassische Aliens-Stimmung
Die erste Mission setzt optisch auf den sterilen Konzernstil von Weyland-Yutani. Später kommen organische Xenomorph-Strukturen dazu, inspiriert von der bekannten Alien-Ästhetik. Genau diese Mischung braucht das Spiel: kalte Technik, dann der langsame Kontrollverlust.
Genannt wurden auch kleinere Details wie bodennaher Nebel in einem Hydrokultur-Labor. Solche Elemente sind nicht nur Dekoration. Sie helfen, Räume unübersichtlich zu machen, ohne sofort alles in Dunkelheit zu tauchen.
Die vorliegende PC-Fassung lief in den ersten Eindrücken auf einem starken Gaming-PC mit RTX-5080-Grafikkarte sehr sauber und sah ausgefeilt aus. Das sagt noch nichts über alle Systeme oder die finale Version. Es ist aber ein gutes Zeichen, weil in solchen Kämpfen vier Spieler und viele Xenomorphs gleichzeitig auf dem Bildschirm stehen können.
Kein Neustart, sondern ein gezielter Ausbau
Aliens: Fireteam Elite 2 will nach aktuellem Stand nicht beweisen, dass alles anders sein muss. Es nimmt die bekannte Formel und schiebt an den richtigen Stellen nach: ein vierter Spieler, flexiblere Klassen, mehr Gegnertypen, bessere Xenomorph-Aktionen und eine neue Kampagne.
Für Fans des ersten Teils ist das wahrscheinlich genau die relevante Frage: Reicht mehr und besser abgestimmtes Fireteam Elite? Wenn die späteren Missionen mehr Druck machen als der Prolog und die Spezialgegner das Team wirklich fordern, kann die Antwort ja lauten.
Der angepeilte Zeitraum ist Sommer 2026. Damit ist die Wartezeit nach der Ankündigung überschaubar. Wer Koop-Shooter mag und mit dem Aliens-Setting etwas anfangen kann, sollte Fireteam Elite 2 im Blick behalten. Nicht, weil es das Genre neu erfindet, sondern weil es die naheliegendsten Baustellen des Vorgängers angeht.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
