Invincible VS will nicht nur mit Blut auffallen. Der 3-gegen-3-Prügler setzt auf schnelle Wechsel, Assists, Boost-Leisten und harte Entscheidungen mitten im Kampf.
Für Fans von Tag-Team-Fightern ist das spannend. Für empfindliche Spieler ist es nichts. Das Spiel bleibt nah an der brutalen Vorlage und zeigt bei Treffern, Ultimates und Finishern sehr deutlich, wohin die Reise geht.
Ein Teamfighter mit klaren Rollen
Invincible VS lässt dich ein Dreierteam bauen. In der Open-Beta-Fassung standen zehn Figuren bereit. Die Vollversion soll am 30. April 2026 mit 18 Charakteren starten.
Die Kämpfer sind in Rollen aufgeteilt. Invincible, Omni-Man und Robot zählen zu den ausgeglichenen Figuren. Battle Beast, Bulletproof, Allen the Alien und Monster Girl gehen als Striker stärker in den Nahkampf. Atom Eve, Thula und Rex Splode arbeiten besser auf Distanz.
Das ist praktisch. Gerade wenn du nicht jede Figur aus Comic oder Serie kennst, erkennst du schnell, welche Aufgabe jemand im Team erfüllt. Für ein 3-gegen-3-Spiel ist das wichtig, weil ein schlecht gebautes Team sonst schon vor dem ersten Treffer Probleme macht.
Die Steuerung wirkt schnell verständlich
Das Kampfsystem nutzt leichte, mittlere und schwere Angriffe sowie Spezialattacken. Mit Richtungseingaben entstehen weitere Aktionen. Dazu kommen Doppelsprünge, Sprints, Blocks am Boden, in der Hocke und in der Luft.
Wichtig ist die Boost-Leiste. Sie besteht aus drei Segmenten. Viele Angriffe lassen sich damit verstärken. Das kostet Ressourcen, bringt aber mehr Wirkung und verändert auch die Aktion sichtbar.
Dazu kommt die Super-Leiste. Sie lädt sich durch ausgeteilten und eingesteckten Schaden auf. Ab einer vollen Ladung sind starke Super-Angriffe möglich. Bei drei von maximal fünf Ladungen kann ein Ultimate gezündet werden. Diese Attacken reißen in der Regel mehr als die Hälfte einer Lebensleiste weg.
Wechsel sind hier kein Nebending
Die spannendste Ebene liegt bei den Assists und Teamwechseln. Mit Assist 1 oder Assist 2 holst du eine Figur von der Bank kurz in den Kampf. Je nach Richtungseingabe fällt die Aktion anders aus.
Wenn du mitten in einer gegnerischen Combo steckst, kannst du mit Boost und Assist einen Assist Breaker auslösen. Das rettet dich aus Drucksituationen, kostet aber zwei Boost-Segmente. Außerdem ist der gerufene Charakter für zehn Sekunden nicht verfügbar und verliert 50 Prozent seiner maximalen Gesundheit.
Du kannst Figuren auch aktiv einwechseln. Der herausgenommene Kämpfer regeneriert dann einen Teil des zuletzt verlorenen Lebens, solange dieser Bereich noch lila markiert ist. Holst du ihn zu früh zurück, ist diese mögliche Heilung weg.
Active Tags setzen noch stärker auf Timing. Drückst du während deiner eigenen Combo die Assist-Taste, kommt ein anderer Kämpfer rein und übernimmt. Die Combo-Anzeige wird zurückgesetzt. Wer das sauber spielt, kann längere Angriffsserien bauen.
Brutal, aber mit System
Invincible VS zeigt Gewalt sehr offen. Blut spritzt häufig, Kleidung wird im Match beschädigt, und geschwächte Gegner können in sehr harte Finisher geraten. Auch Ultimates enden blutig, wenn sie den letzten Rest Lebensenergie nehmen.
Das passt zur Serie, ist aber ein klarer Hinweis: Das Spiel richtet sich nicht an jüngere Spieler und nicht an alle Fighting-Game-Fans. Wer nur saubere Wettkampfdarstellung will, muss mit dem Stil klarkommen.
Rein spielerisch ist die Gewalt nicht der einzige Reiz. Der wichtigere Punkt ist, dass Treffer, Supers und Ultimates klar lesbar sein sollen. Assistierende Figuren werden im Interface etwa blau hervorgehoben. Solche Details helfen, wenn auf dem Bildschirm viel passiert.
Open Beta mit zehn Figuren
Die Open Beta läuft vom 9. April um 19:00 Uhr bis zum 12. April um 06:00 Uhr auf PS5 und Xbox Series X/S. In dieser Fassung gibt es zehn spielbare Charaktere. Pro Held stehen zwei Skins bereit.
Für die Vollversion sind weitere Figuren geplant, darunter Anissa, Lucan, Powerplex, Dupli-Kate, Titan, Cecil Stedman, Conquest und Ella Mental. Ella Mental wurde speziell für Invincible VS entworfen und beherrscht Feuer, Wasser, Luft und Erde.
Für den Sommer sind außerdem DLC-Charaktere angekündigt. Genannt wurden Universa und The Immortal. Die übrigen zwei Figuren aus dem Year 1 Character Pass sind noch nicht bekannt. Gut für Spieler: Kommende DLC-Figuren sollen im Trainingsmodus kostenlos testbar sein, bevor du sie kaufst.
Für Einsteiger nicht zu hart
Trotz vieler Systeme soll Invincible VS nicht nur für Profis gebaut sein. Move-Listen sind jederzeit aufrufbar. Dazu kommen ein Tutorial, ein Trainingsmodus und ein vereinfachtes Kontrollschema mit Auto-Kombos.
Das ist sinnvoll. Tag-Team-Fighter können schnell unübersichtlich werden. Wenn das Spiel dir die Grundlagen gut beibringt, steigt die Chance, dass neue Spieler nicht nach drei Matches aussteigen.
Für erfahrene Spieler bleibt genug Arbeit. Boost-Verbrauch, Assist Breaker, Heilung auf der Bank und Active Tags verlangen Planung. Wer nur Knöpfe drückt, wird gegen gute Teams Probleme bekommen.
Noch offene Punkte
Die Story-Kampagne wurde beim Hands-on nicht gezeigt. Laut Entwicklerangaben soll sie eine eigene Geschichte erzählen, über 25 Minuten Cutscenes enthalten und Ella Mental stärker einbinden.
Bekannt ist auch: Eine deutsche Synchronisation wie in der TV-Serie gibt es nicht. Für manche Fans kann das stören, vor allem wenn sie die Serie auf Deutsch verfolgt haben.
Der wichtigste technische Punkt bleibt der Online-Modus. Wenn der Rollback-Netcode stabil läuft, kann Invincible VS im Multiplayer interessant werden. Wenn nicht, hilft das beste Kampfsystem wenig.
Erster Eindruck
Invincible VS wirkt wie ein ernst gemeinter Tag-Team-Fighter, nicht wie ein schneller Lizenzversuch. Die Figurenrollen sind klar, die Teammechaniken greifen ineinander, und die Kämpfe setzen stark auf Timing und Ressourcen.
Wer Dragon Ball FighterZ, The King of Fighters XV oder Marvel vs. Capcom: Infinite mag, sollte die Open Beta im Blick behalten. Wer mit brutaler Darstellung nichts anfangen kann, lässt besser die Finger davon.
Über den Autor
Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!