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Review

Running Train im Test: Starke Zugsim mit klarer Linie

Dominik
  • 1 Min. Lesezeit

Running Train ist ein seltener Fall im Simulationsbereich: klein entwickelt, fair bepreist und trotzdem technisch auffällig stark. Die Zugsimulation von Novatetsu Games kostet 20 Euro, läuft im Early Access und zeigt einen fiktiven, aber sehr glaubwürdigen Abschnitt Japans.

Für Sim-Fans zählt am Ende nicht nur die schöne Aussicht. Wichtig sind Streckenführung, Tempo, Signale, Haltepunkte, Pünktlichkeit und Kontrolle. Genau dort setzt Running Train an. Es ist kein fertiges Gesamtpaket, aber schon jetzt mehr als eine hübsche Technikprobe.

Was gefahren wird

Im Spiel stehen aktuell die Sankai Main Line und die Fukugawa Line im Fokus. Zusammen bilden sie über 40 Kilometer Strecke ab. Du fährst durch eine japanisch geprägte Umgebung mit vielen Haltestellen, Bahnübergängen, Brücken, Tunneln und offenen Blicken über Felder und Küstenbereiche.

Zur Wahl stehen unter anderem Limited-Express-Züge und ein Zugtyp, der eher dem S-Bahn-Betrieb entspricht. Eine Fahrt kann bis zu 45 Minuten dauern, wenn du dich an den Fahrplan hältst. Das ist wichtig, denn Running Train will keine reine Spazierfahrt auf Schienen sein.

Fahren nach Plan

Spielerisch geht es um klare Simulationsarbeit. Du achtest auf Geschwindigkeitsvorgaben, bremst rechtzeitig, hältst sauber am Bahnsteig und versuchst, die Zeiten einzuhalten. Teilweise musst du auch anhalten, damit ein anderer Zug passieren kann.

Am Ende einer Strecke bewertet das Spiel deine Leistung. Das passt gut zum Genre. Wer Densha de Go kennt, erkennt die Richtung sofort: kurze bis mittellange Fahrten, viel Konzentration und Fehler, die sich über Sekunden aufbauen.

Der wichtigste Punkt: Das Grundgerüst funktioniert bereits. Trotz Early Access ist Running Train laut Teststand gut spielbar und wirkt weniger störrisch, als man es von manchen größeren Zugsimulationen kennt.

Die Technik ist der große Treffer

Running Train nutzt die Unreal Engine 5. Die Umgebung wirkt nicht wie eine starre Videokulisse, sondern wie ein echter 3D-Raum. Das ist für Zugsimulationen wichtig, weil Wetter, Licht und Perspektive viel ausmachen.

Besonders stark sind Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, Details an Bahnübergängen und die modellierten Anlagen entlang der Strecke. Die Züge und die Umgebung wirken sauber aufeinander abgestimmt. Das Spiel lebt sichtbar von einem Entwickler, der das Thema ernst nimmt.

Der Sound hilft ebenfalls. Zuggeräusche, Strecke und Umgebung tragen viel dazu bei, dass die Fahrten glaubwürdig wirken. In einer Simulation ist das nicht Beiwerk. Wenn Bremsen, Rollgeräusche und Betriebssignale nicht sitzen, fällt alles auseinander. Running Train macht hier einen sehr starken Eindruck.

Steuerung und Hardware

Running Train unterstützt spezielle Controller. Genannt werden der Zuiki-Mascon-Controller für Nintendo Switch und ein USB-PC-Controller für Densha de Go aus den frühen 2000ern. Das ist für Fans solcher Hardware ein klarer Pluspunkt.

Noch nicht sauber gelöst ist die Menüführung mit diesen Geräten. Im Early Access brauchst du dafür weiterhin eine Tastatur. Mit einem Xbox-Controller lässt sich das Spiel ebenfalls bedienen, erreicht aber nicht dieselbe Wirkung wie mit passender Sim-Hardware.

Was noch fehlt

Der Early-Access-Status ist spürbar. Ein richtiges Einstiegstutorial fehlt noch. Auch sind noch nicht alle Haltestellen und geplanten Züge integriert. Wer sofort ein komplett rundes Paket erwartet, sollte das wissen.

Geplant sind außerdem ein Free-Ride-Modus mit Anpassungen für Wetter und Tageszeit sowie drei weitere Linien. Das klingt sinnvoll, ist aber Zukunftsmusik. Für die Wertung zählt, was aktuell da ist.

Wertung

  • Gameplay: 4 von 5, starkes Fahrgefühl, klare Aufgaben, gute Bewertung am Streckenende, aber noch ohne richtiges Tutorial.
  • Grafik: 5 von 5, für das Genre aktuell extrem überzeugend, vor allem Licht, Strecke und Details.
  • Story: 1 von 5, Running Train ist eine Simulation ohne erzählerischen Fokus.
  • Sound: 5 von 5, sehr wichtig für die Wirkung und hier klar eine Stärke.

Für wen lohnt sich Running Train?

Wenn du Zugsimulationen ernst nimmst, solltest du Running Train im Blick haben. Die Kombination aus Fahrplan, Tempoarbeit, japanischer Strecke und starker Technik ist schon im Early Access belastbar.

Wer nur ein fertiges Paket mit Tutorial, vollständigem Fuhrpark und allen geplanten Linien will, wartet besser noch. Wer dagegen mit Early Access leben kann und Lust auf präzises Fahren hat, bekommt für 20 Euro eine ungewöhnlich starke Grundlage.

GoodGame.Ruhr-Wertung: Running Train ist noch nicht fertig, aber schon jetzt eine der spannendsten Zugsimulationen seit Jahren. Nicht wegen einer langen Featureliste, sondern weil die vorhandenen Teile zusammenpassen: Strecke, Kontrolle, Optik und Sound.

Über den Autor

Dominik Autor

Von FIFA bis Call of Duty, von Farming Simulator bis Age of Empires – ich liebe Games, bei denen Skill, Planung und Reaktion zählen. Ob auf dem virtuellen Schlachtfeld oder im Stadion: Ich spiele smart, schnell und immer mit Spaß. Let’s play smarter, not harder!