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Review

Dead as Disco im Early Access: Rhythmus trifft Prügelei

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Dead as Disco ist im Early Access noch kein fertiges Album, eher eine starke erste Setlist. Der Kern sitzt aber: Kämpfe laufen im Takt der Musik, Charlie Disco prügelt sich durch Gegnergruppen, und wer sauber mit dem Beat arbeitet, bekommt spürbar mehr Wucht aus seinen Aktionen.

Das Spiel von Brain Jar Games verbindet Rhythmusspiel und Beat-’em-up sehr direkt. Es erinnert in seiner Grundidee an Hi-Fi Rush, setzt aber stärker auf den eigenen Rockstar-Ton: ein toter Musiker, eine zerbrochene Band, verkaufte Seelen und eine letzte Nacht, um die Wahrheit zu finden.

Der Beat ist das Kampfsystem

Die beste Idee von Dead as Disco ist simpel: Angriffe, Ausweichmanöver und Konter fühlen sich besser an, wenn du sie im Takt ausführst. Perfekt spielen musst du nicht. Das Spiel bestraft dich also nicht sofort, wenn du mal danebenliegst. Wer aber sauber im Rhythmus bleibt, schlägt härter zu, weicht besser aus und füllt das Fever-Meter schneller.

Dieses Fever nutzt Charlie für Spezialangriffe. Dazu kommen Takedown-Token, Finisher, Konterfenster und Gegner, die verschiedene Antworten verlangen. Manche Feinde sind schnell und wollen gekontert werden. Andere bringen Schilde, Sprungangriffe oder Laser mit.

Das klingt nach viel, bleibt aber gut lesbar. Fast jede Aktion kann in eine andere übergehen. Genau dadurch entsteht der Flow, den ein gutes Actionspiel braucht. Du improvisierst nicht komplett frei, aber du bekommst genug Raum, um deinen eigenen Rhythmus zu finden.

Bosskämpfe als große Bühne

Die Hauptgeschichte dreht sich um Charlie Disco, der nach seinem Tod zurückkehrt. Seine früheren Bandmitglieder haben ihre Seelen an Harmony verkauft und sind zu Idolen geworden. Charlie will die Band wieder zusammenbringen und herausfinden, wer ihn ermordet hat.

Die Handlung ist nicht komplex, aber sie gibt den Kämpfen einen klaren Rahmen. Charlie erinnert sich nicht an alles. Der schwebende Discokugel-Schädel Vice erklärt ihm die Lage. Gleichzeitig bleibt offen, wie verlässlich diese Sicht auf die Vergangenheit ist.

Die stärksten Momente sind die mehrstufigen Bosskämpfe gegen die ehemaligen Bandmitglieder. Sie bringen eigene Mechaniken, wechselnde Bühnen und viele Helfer mit. Hemlock kämpft zu einer Version von „Maniac“, Aurora setzt auf Pop, Prophet bekommt einen Hip-Hop-Track, der vom Straßenbild bis zur großen Arena führt.

Hier zeigt Dead as Disco seine beste Seite: Musik, Bewegung, Kamera und Gegnerdruck greifen ineinander. Die Kämpfe können aber hart wirken, bevor genug Upgrades freigeschaltet sind. Wer mehrfach scheitert, sieht die Showelemente irgendwann nur noch als Wiederholung. Dann wird aus dem Auftritt eher Arbeit.

Early Access mit klaren Grenzen

Aktuell bietet Dead as Disco drei zentrale Bereiche: Herausforderungen, Freispiel und Story-Level. Die Herausforderungen erklären Charlies Moves und setzen Sonderregeln oder konkrete Aufgaben. Das ist nützlich, weil das Kampfsystem trotz einfacher Grundlage präzises Timing belohnt.

Im Freispiel stehen derzeit 30 Tracks bereit, teils lizenziert, teils original. Dazu kommt die Möglichkeit, eigene Songs hochzuladen. Das ist eine starke Funktion für alle, die sich lange mit Scores, Timing und Setlists beschäftigen wollen.

Außerhalb der Kämpfe besucht Charlie „The Encore“. Dort können Fans für Verbesserungen ausgegeben werden. Außerdem gibt es Erinnerungsstücke, Sammelobjekte und Gespräche mit besiegten Idolen. So erfährst du mehr über Charlie, die Band und die zehn Jahre, die seit seinem Tod vergangen sind.

Upgrades, die man spürt

Jeder gespielte Song bringt Fans. Diese Währung fließt in Charlies „Beat Kune Do“. Die Skill-Bäume sind nicht riesig, wirken aber sinnvoll. Mehr Gesundheit, neue Bewegungsoptionen oder zusätzliche Spezialangriffe verändern den Kampf spürbar.

Nach Bossen kommen neue Fever-Angriffe und kleinere Upgrade-Pfade hinzu. Das passt gut zum Early-Access-Stand: Dead as Disco bläht sich nicht künstlich auf, sondern stärkt den Kern. Gleichzeitig ist klar, dass außerhalb der Kämpfe noch Luft nach oben bleibt.

Für wen lohnt sich der Early Access?

Dead as Disco lohnt sich jetzt vor allem für Spielerinnen und Spieler, die gerne üben, Scores verbessern und Kampfsysteme wirklich lernen. Wer nur eine lange Story-Kampagne sucht, sollte warten. Der aktuelle Stand bietet starke Momente, aber noch keinen fertigen Gesamtumfang.

Wenn du Rhythmusspiele magst und Actionspiele nicht nur wegen Schadenwerten spielst, ist Dead as Disco sehr interessant. Der Kampf hat Druck, Stil und eine klare musikalische Logik. Noch ist nicht alles rund, aber der wichtigste Teil funktioniert bereits erstaunlich gut.

GoodGame.Ruhr-Wertung: Dead as Disco ist ein sehr vielversprechender Early-Access-Titel mit starkem Kampfgefühl, guter Musik und auffälligem Stil. Die Wiederholungen bei schweren Bossen und der noch begrenzte Umfang halten es derzeit zurück. Der Kern ist aber stark genug, um das Spiel im Blick zu behalten.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.