Mario Tennis Fever will kein superernstes Tennis-Spiel sein. Es will, dass du mit Freundinnen und Freunden auf dem Sofa sitzt, lachst, dich über Bananen auf dem Platz ärgerst und trotzdem noch einen sauberen Topspin triffst.
Genau da ist das Spiel stark. Im Multiplayer fühlt sich Mario Tennis Fever schnell, direkt und oft ziemlich lustig an. Der Abenteuermodus ist dagegen der Teil, den du nicht zu groß einplanen solltest.
Die neuen Schläger machen den Unterschied
Die wichtigste neue Idee sind die Fever-Schläger. Davon gibt es 30 Stück. Jeder Schläger hat eine eigene Spezialkraft, die du mit einem Fever Shot auslöst, wenn deine Anzeige voll ist.
Das kann richtig wild werden. Ein Schläger legt zum Beispiel eine Feuerstange auf die gegnerische Seite. Ein anderer erzeugt ein Schatten-Double, damit du mehr Fläche abdeckst. Es gibt Tinte auf dem Bildschirm, Bananenschalen auf dem Platz und kurze Verbesserungen für deine Schläge.
Das Coole daran: Du spielst nicht nur Tennis, du versuchst auch zu lesen, was die andere Person als Nächstes macht. Wenn eine Eisfläche auf dem Platz liegt, rechnest du natürlich damit, dass der nächste Ball genau dort landen soll. Oder vielleicht ist das nur der Trick.
Was gut ist
Die Steuerung fühlt sich sauber an. Du merkst schnell, wohin der Ball geht, läufst in Position und setzt Topspin, Lob, Drop-Shot oder Smash ein. Das ist nicht kompliziert, aber es macht Spaß, wenn ein Punkt länger läuft.
Mario Tennis Fever ist etwas langsamer und weniger streng als Mario Tennis Aces. Der Platz wirkt kleiner, Rettungssprünge verzeihen mehr Fehler, und neue Spieler kommen leichter rein. Wenn du ein hartes Wettkampf-Spiel suchst, kann dich das stören. Für einen Spieleabend ist es aber genau richtig.
Auch die Auswahl ist groß. Es gibt 38 Charaktere. Jeder hat eigene Werte und kleine Besonderheiten. Dazu kommen Schläger, Plätze und Kostüme, die du freischalten kannst, ohne dass alles am Online-Spiel hängt.
Was nervt
Die Fever-Schläger sind nicht alle gleich stark. Manche Effekte wirken deutlich fieser als andere. Das Spiel fängt einiges ab, weil viele Angriffe erst zählen, wenn der Ball aufkommt. Wenn du den Ball vorher nimmst, kannst du den Effekt also stoppen.
Trotzdem wird es im Doppel manchmal einfach zu chaotisch. Wenn vier Spezialkräfte gleichzeitig laufen, liegen Feuer, Schlamm und andere Effekte auf dem Feld. Dann fühlt sich Schaden nicht immer fair an. Sogar der Fever Shot deines eigenen Doppelpartners kann dich treffen.
Schade ist auch: Charaktere und Plätze können zufällig gewählt werden, die Fever-Schläger aber nicht. Gerade das hätte zu diesem Spiel gepasst. Dann müsste jede Runde damit klarkommen, was sie bekommt.
Allein ist es deutlich schwächer
Wenn du Mario Tennis Fever vor allem allein spielen willst, ist das der größte Haken. Der Abenteuermodus dauert ungefähr dreieinhalb Stunden und startet mit etwa 90 Minuten in einer Tennisakademie.
Dort spielst du viele sehr einfache Übungen, liest Erklärtexte zu den Schlägen und machst Minispiele, um Werte zu erhöhen. Das wirkt eher wie ein langes Tutorial als wie ein echtes Abenteuer.
Die Geschichte ist simpel: Mario, Luigi, Peach, Wario und Waluigi werden in Babys verwandelt, und Mario muss seine Tennisfähigkeiten zurückbekommen. Der Start hat schöne Zwischensequenzen, danach kommt aber zu wenig.
Später gibt es eine kleine Weltkarte, ein paar Bosse und sehr einfache Rätsel. Es gibt sogar überraschend wenige richtige Tennismatches. Gerade wenn es interessanter wird, ist der Modus schon fast vorbei.
Trial Towers ist der bessere Solo-Modus
Der beste Einzelspieler-Teil heißt Trial Towers. Dort bekommst du kurze Aufgaben mit besonderen Regeln. Mal ist die Fever-Anzeige immer voll. Mal kämpfen drei Babys gegen einen riesigen Bowser.
Das ist viel besser, weil du direkt eine klare Aufgabe bekommst. Dazu gibt es extra schwere Ziele, zum Beispiel ohne Schaden zu gewinnen oder keinen Punkt abzugeben. Für Spieler, die alles schaffen wollen, ist das der spannendste Solo-Inhalt.
Online und lokal passt es
Im Multiplayer gibt es viele Optionen. Lokal können bis zu vier Personen spielen. Online gibt es Ranglistenspiele im Einzel und Doppel, mit oder ohne Fever-Schläger. Die Rangliste wird jeden Monat zurückgesetzt.
Es gibt auch private Online-Lobbys. Zwei Personen können von einer Konsole aus beitreten und zusammen mit anderen spielen. Das ist praktisch, wenn du nicht nur allein online antreten willst.
Dazu kommen Spezialmodi wie Swing-Steuerung, Ring-Shot, ein Flipper-Platz oder Kurse mit Effekten aus Super Mario Bros. Wonder. Manche Ideen sind nett, andere werden schnell langweilig. Am Ende ist normales Tennis meistens besser.
Grafik und Sound
Die Charaktere sehen gut aus. Kleidung, Gesichter und kleine Details wie Luigis Hemd oder Marios Schnurrbart wirken sauber. Als Switch-2-Spiel ist Mario Tennis Fever aber kein riesiger Sprung.
Das Spiel zielt auf 60 Bilder pro Sekunde und hält das meistens. In Split-Screen-Doppelmatches kann es vor dem Aufschlag kurze Einbrüche geben. Während der Ballwechsel bleibt es aber stabil, auch wenn viele Effekte auf dem Bildschirm sind.
Die Schlaggeräusche sind kräftig und passen gut zum Tennisgefühl. Weniger gut ist die sprechende Blume als Kommentator. Sie redet sehr viel und wiederholt sich schnell. Du kannst sie in vielen Modi abschalten, aber nicht überall.
Für wen lohnt es sich?
Mario Tennis Fever lohnt sich vor allem, wenn du oft mit anderen spielst. Dann bekommst du schnelle Matches, viele Figuren und Schläger, gute Steuerung und genug Chaos für lustige Runden.
Wenn du ein langes Solo-Abenteuer suchst, ist es keine gute Wahl. Der Abenteuermodus ist zu kurz und zu einfach. Trial Towers ist klar besser, reicht aber nicht, um das Spiel allein lange zu tragen.
Für mich ist Mario Tennis Fever eher ein Spiel für zwischendurch als das große Hauptspiel des Abends. Mit Freunden macht es stark Spaß. Allein verliert es viel von seiner Power.
Über den Autor
Jüngster Autor im GoodGame.Ruhr Team mit frischem Blick auf moderne Gaming-Trends. Spezialisiert auf Battle Royale Games, Esports und die neuesten Gaming-Technologien. Bringt die Perspektive der Gen-Z in unsere Berichterstattung.