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Review

Palworld 1.0 im Test: Starkes Endgame, alte Technikprobleme

Lydia
  • 1 Min. Lesezeit

Palworld 1.0 erfindet das Spiel nicht neu. Der Release macht aus dem bekannten Mix aus Kreaturensammeln, Basisbau und Kämpfen aber ein deutlich vollständigeres Paket. Vor allem die neuen Kombinationsmöglichkeiten für Pals und Ausrüstung sorgen dafür, dass Teamplanung weit über die bloße Jagd nach stärkeren Werten hinausgeht.

Wer schon im Early Access Spaß an einer ständig wachsenden Basis hatte, bekommt nun mehr Gründe, weiterzuspielen. Neue Gebiete, ein erreichbares Ziel am Weltenbaum und überarbeitete Bosskämpfe geben dem Fortschritt eine klarere Richtung. Die alten technischen Schwächen bleiben allerdings sichtbar.

Builds haben endlich mehr Gewicht

Mit 47 neuen Pals und 25 Varianten bestehender Kreaturen wächst das Angebot auf 287 zähmbare Pals. Entscheidend ist nicht nur die Menge. Neue passive Boni, Schmuckstücke und Anpassungen am Balancing erlauben Teams, die gezielt auf bestimmte Effekte setzen.

Gift, Dunkelheit, Elektrizität, Drachen-Boni oder Brandangriffe lassen sich miteinander verbinden. Einige Pals verstärken Statuswerte, andere lösen Folgereaktionen wie Kettenblitze aus. Das macht die Zusammenstellung des eigenen Teams spürbar interessanter. Wer gern tüftelt, kann viel Zeit in sinnvolle Kombinationen investieren.

Auch das Aufwerten wurde angenehmer gestaltet. Bücher können Pals bis zur Vier-Sterne-Qualität verbessern. Weitere Kristalle und Implantate erweitern die Möglichkeiten im Endgame. Dadurch hängt ein starkes Team weniger daran, immer wieder dieselbe seltene Kreatur zu suchen.

Erkunden lohnt sich häufiger

Die Karte wurde um kleine Inseln und zwei größere Landmassen ergänzt. Wachtürme verschaffen Übersicht und markieren Bossmonster auf der Karte. Kleinere Türme liefern nach Rätseln und Hacking-Minispielen Baupläne für Schmuckstücke sowie Währung für spätere Belohnungen.

Versteckte Pal-Statuen geben dauerhafte Verbesserungen, etwa für Laufgeschwindigkeit, Schwimmausdauer oder Widerstände. Das belohnt neugieriges Spielen besser als zuvor. Gleichzeitig helfen die vielen Fundorte beim Aufstieg zum neuen Maximallevel 80, ohne dass sich der Weg unnötig zäh anfühlt.

Bosskämpfe verlangen mehr als Schaden

Am Weltenbaum erreicht Palworld sein neues Endgame. Die Bosskämpfe setzen nicht mehr nur auf besonders große Lebensleisten und ein Zeitlimit. Umgebung, Ausweichmanöver und angreifbare Schwachstellen spielen eine größere Rolle. Damit werden die Begegnungen taktischer und die Vorbereitung des eigenen Teams wichtiger.

Relikte aus diesem Bereich lassen sich in der Basis gegen starke Upgrades eintauschen. Das verbindet den Endkampfbereich sinnvoll mit dem Aufbau der eigenen Produktion. Auch die Fertigungsketten werden anspruchsvoller: Neue Anlagen benötigen oft mehrere spezialisierte Pals. Wenn eine chaotische Basis nach und nach zuverlässig arbeitet, bleibt das einer der stärksten Motivatoren des Spiels.

Story vorhanden, Technik weiter schwach

Eine durchgehende Geschichte führt jetzt vom Beginn bis zum finalen Kampf. Sie gibt dem Spiel einen roten Faden, bleibt erzählerisch aber schlicht. Neue Zwischensequenzen helfen der Orientierung, tragen das Abenteuer jedoch nicht allein.

Deutlich stärker stören die bekannten Probleme. Die Grafik wirkt häufig altmodisch, auch wenn einzelne neue Regionen ansehnlicher ausfallen. Nachladeruckler gehören weiter zum Erlebnis. Dazu kommt eine Wegfindungs-KI, die besonders in Basen noch oft überfordert wirkt.

Beim Sound bleibt Palworld ebenfalls hinter seinen stärksten Ideen zurück. Kampf- und Bossmusik kann Druck aufbauen, doch abseits davon ist die Welt oft auffällig still. Wettereffekte fehlen fast vollständig. Gerade eine lebendige Basislandschaft würde von mehr akustischen und visuellen Rückmeldungen profitieren.

Für wen sich 1.0 lohnt

Palworld 1.0 ist für Rückkehrer besonders interessant, wenn sie im Early Access vor allem ein späteres Ziel und mehr Tiefe bei den Builds vermisst haben. Neueinsteiger erhalten ein umfangreiches Sammel- und Aufbauspiel, das viel Freiheit bietet und lange motivieren kann.

Wer empfindlich auf Ruckler, schwache KI oder eine sparsame Klangkulisse reagiert, sollte seine Erwartungen bremsen. Die Version 1.0 liefert mehr Inhalt und die besseren Spielsysteme, beseitigt aber nicht die rauen Kanten, die Palworld seit dem Early Access begleiten.

Unser Urteil

Der Release macht Palworld nicht grundlegend anders, aber klar besser. Besonders Team-Builds, Erkundung und Endgame greifen überzeugend ineinander. Die Kämpfe gewinnen an Anspruch, ohne den Spaß am Sammeln und Ausbau zu verlieren. Technisch bleibt das Spiel jedoch weit hinter seinen spielerischen Stärken zurück.

Über den Autor

Lydia Autor

Community-Managerin bei GoodGame.Ruhr und Expertin für Mobile Gaming und Casual Games. Sorgt dafür, dass unsere Community lebendig bleibt und organisiert regelmäßige Gaming-Events und Turniere.