Heroes of Might and Magic 3 gilt bis heute für viele Strategiefans als der Maßstab seiner Reihe. Das Remake für 2027 setzt deshalb nicht auf einen radikalen Umbau. Stattdessen soll das bekannte Zusammenspiel aus Stadtaufbau, Helden, Weltkarte und Hexfeldkämpfen in eine neu entwickelte 3D-Fassung übertragen werden.
Eine Vorschau auf eine Tutorialmission und eine freie Karte zeigt: Die Verantwortlichen gehen mit dem Material vorsichtig um. Die wichtigsten Abläufe bleiben erhalten, bekommen aber an den richtigen Stellen kleine Hilfen für den Spielfluss.
Das komplette Paket ist vorgesehen
Zum Umfang gehören neben The Restoration of Erathia auch Armageddon’s Blade und The Shadow of Death. Damit sind neun Fraktionen, jeweils sieben Einheiten in zwei Ausbaustufen und 128 rekrutierbare Heldinnen und Helden angekündigt.
Auch die bekannten Systeme bleiben die Grundlage: Sieben Rohstoffe treiben den Ausbau voran, Helden entwickeln Fähigkeiten, sammeln Ausrüstung und Zauber. Auf der Karte entscheidet nicht nur die Größe einer Armee. Bewegung, Moral, Gelände, Distanz und einzelne Effekte können einen Kampf drehen.
Diese Dichte ist ein Grund, warum der dritte Teil so langlebig ist. Die Regeln lassen sich schnell genug erfassen, bieten aber viel Raum für bessere Entscheidungen. Wer nur eine Karte spielen möchte, kann loslegen. Wer jeden Bewegungs- und Schadensbonus berechnen will, findet weiter genug Stoff.
Weniger Klickarbeit beim Bauen
Die deutlichste neue Funktion betrifft die Städte. Gebäude lassen sich nun in einer Bauschleife für bis zu 15 Züge vorplanen. Das ist keine neue Wirtschaftssimulation, aber eine praktische Änderung.
Der Stadtbau folgt weiterhin festen Vorgaben: Die Gebäude einer Fraktion stehen an festgelegten Positionen, echte Gestaltungsmöglichkeiten kommen nicht hinzu. Gerade deshalb passt die Warteschlange gut. Sie spart Routineklicks und lässt mehr Zeit für Erkundung, Armeeplanung und Kämpfe.
Drei Kameras, klare Karte
Das Remake nutzt 3D-Grafik, soll die Übersicht auf der Weltkarte aber nicht verlieren. In der gespielten Fassung blieb die Karte trotz Rohstoffen, Gebäuden und Armeen gut lesbar. Zur Wahl stehen eine klassische Ansicht, eine näher geführte immersive Kamera und eine strategische Kamera für mehr Überblick.
In den Gefechten helfen unter anderem besser erkennbare Reichweiten. Das ist ein kleines Detail mit großer Wirkung, denn Fernkampfangriffe und ihre Abstände gehören zu den Entscheidungen, die eine Schlacht prägen. Eroberte Städte erhalten beim ersten Einmarsch zudem kurze Videosequenzen.
Eine freie Karte mit Schloss, Inferno, Nekropolis und Turm sowie Flüssen, Oberwelt und Unterwelt macht deutlich, worauf das Remake zielt: Geschichten entstehen vor allem aus dem Spiel selbst. Ein Held findet ein starkes Artefakt, eine Nebenarmee schneidet den Rückweg ab oder ein scheinbar sicherer Angriff endet wegen schlechter Moral im Desaster.
Ein neues Tutorial, aber kein Neustart der Reihe
Zusätzlich zur bekannten Kampagne soll eine kurze Prologkampagne den Einstieg erklären. Dort kehrt Catherine nach dem Tod ihres Vaters König Nicholas Greifenherz nach Erathia zurück. Die angespielte Mission führt ordentlich durch Karte und Kampf, setzt erzählerisch aber offenbar vor allem auf Orientierung statt auf große Überraschungen.
Der Editor, Zufallskarten, freies Spiel und sämtliche bestehenden Karten des Originals sollen direkt zum Start verfügbar sein. Das ist für einen Titel, dessen Langzeitwert stark von eigenen Partien und Kartenideen lebt, wichtiger als ein spektakulärer neuer Einzelmodus.
Die Richtung stimmt, wenn der Feinschliff hält
Wer Heroes 3 grundsätzlich zu schlicht oder zu berechenbar fand, wird hier voraussichtlich nicht bekehrt. Das Remake hält bewusst an den Stärken und Grenzen des Originals fest. Gerade das wirkt nach den ersten Eindrücken nachvollziehbar.
Entscheidend wird sein, ob Bedienung, Lesbarkeit und Balancing bis zum Release stabil zusammenpassen. Die bislang gezeigten Änderungen wirken jedenfalls nicht wie ein Selbstzweck. Sie räumen Reibung aus dem Weg, ohne aus Heroes of Might and Magic 3 ein anderes Spiel machen zu wollen.
Über den Autor
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