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Dragon’s Dogma 2: Dark Arisen: Norgan macht neugierig

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Dragon’s Dogma 2: Dark Arisen soll mehr sein als ein neues Gebiet mit ein paar Gegnern. Die Erweiterung greift mehrere Kritikpunkte des Hauptspiels auf: mehr Kampfoptionen, neue Verliese, einen Hard-Mode und ein deutlich erweitertes Loot-System. Nach einer Stunde in Norgan ist das Potenzial sichtbar. Der entscheidende Unterschied zum Hauptspiel zeigt sich aber noch nicht klar genug.

Die gute Nachricht vorweg: Das besondere Grundgefühl von Dragon’s Dogma 2 ist weiterhin da. Reisen wirken nicht wie bloße Wege von Marker zu Marker. Abzweigungen, Höhlen, Rohstoffe und Schätze laden dazu ein, vom Kurs abzukommen. Genau dieses kontrolliert unkomfortable Abenteuergefühl bleibt eine große Stärke der Reihe.

Norgan setzt auf Kälte statt auf große Kulissen

Das verlorene Reich Norgan führt in verschneite Gebirge und zerfallene Ruinen. Der Schauplatz wirkt zurückhaltend. Statt Sehenswürdigkeiten demonstrativ in die Landschaft zu stellen, versteckt Norgan vieles zwischen Wegen, Felsen und Höhlen. Das passt gut zu einem Spiel, das Erkundung nicht ständig mit Hinweisen absichern will.

In der gezeigten Passage tauchen neue Gegner auf, darunter weiße Wölfe, Wikinger-Krieger und zottelige Riesen. Im Finale wartet ein untoter Drache ohne Herz in der Brust. Er kann sich heilen und verlangt damit offenbar mehr als bloßes Draufschlagen. Die neue Figur Eri greift in diesem Kampf ein, weitergehende Informationen zu ihrer Rolle liefert die Demo aber nicht.

Die Kämpfe bekommen mehr Spielraum

Dragon’s Dogma 2 bleibt bei seinen direkten Kämpfen ohne klassisches Anvisieren. Das Klettern an riesigen Kreaturen ist weiter ein Kern der Action. Ein angekündigtes Title-Update soll Ende August zwei zusätzliche Skill-Slots bringen. Zusammen mit neuen und verstärkten Fähigkeiten kann das mehr Raum für eigene Kombinationen schaffen.

Eine häufig gewünschte Änderung fehlt allerdings: Neue Laufbahnen sind nicht angekündigt. Wer auf eine ganz neue Klasse gehofft hat, wird sich mit den vorhandenen Möglichkeiten und mehr Experimentierfreude begnügen müssen. Ob die zusätzlichen Skills für erfahrene Spieler dauerhaft genug neue Optionen eröffnen, lässt sich nach dem kurzen Eindruck noch nicht beurteilen.

Relikte könnten Ausflüge länger spannend halten

Deutlicher fällt der Unterschied beim Loot aus. Gegner können nun Relikte fallen lassen, die bei einem NPC bewertet werden. Daraus entsteht zufällige Ausrüstung mit unterschiedlichen Attributen. Das System dürfte einen weiteren Grund liefern, Höhlen und Nebenwege nicht einfach liegen zu lassen.

Offen bleibt, wie weit dieses Prinzip geht. Zufällige Werte sorgen zunächst für mehr Jagd auf bessere Ausrüstung. Noch nicht erkennbar ist, ob Relikte auch ungewöhnliche Effekte und neue Spielweisen ermöglichen oder vor allem die bekannten Werte steigern.

Viel angekündigt, noch nicht alles gezeigt

Dark Arisen soll zwölf neue Verliese in das Hauptspiel bringen. Dazu kommt ein Hard-Mode, der als Herausforderung für das Endgame gedacht ist. Beides war in der Anspielzeit nicht zu sehen. Gerade diese Inhalte werden wichtig sein, wenn die Erweiterung bei Gegner- und Missionsvielfalt wirklich nachlegen möchte.

Getestet wurde außerdem die Switch-2-Fassung im Handheld-Modus. Sie funktionierte offenbar zuverlässig, erkauft den mobilen Einsatz aber mit klaren Abstrichen bei Bildrate, Bildschärfe und Details. Für längere Abenteuer unterwegs oder auf dem Sofa kann das trotzdem attraktiv sein, sofern diese Kompromisse nicht stören.

Ein guter Anfang, aber noch kein Beweis

Dark Arisen versteht bisher, warum Dragon’s Dogma 2 für viele Spieler trotz seiner Ecken faszinierend war: die eigenwillige Reiseplanung, das freie Erkunden und die großen Kreaturenkämpfe. Norgan wirkt wie ein passender neuer Ort für genau diese Stärken.

Die Erweiterung muss jedoch noch zeigen, ob sie mehr liefert als zusätzliche Inhalte im vertrauten Rahmen. Neue Verliese, der Hard-Mode und die Tiefe des Relikt-Systems dürften darüber entscheiden. Nach dem ersten Besuch bleibt vor allem ein Eindruck: Norgan macht neugierig, die wichtigsten Antworten stehen aber noch aus.

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.