The Expanse: Osiris Reborn will kein ruhiges Sci-Fi-Abenteuer sein. Der gezeigte Abschnitt auf Ganymed setzt auf Infiltration, Gespräche, kleine Rätsel und anschließend auf intensive Feuergefechte. Das passt grundsätzlich zu einem Rollenspiel mit Begleitern, wirkt im Universum von The Expanse aber deutlich actionreicher, als manche Serienfans vielleicht erwarten.
Der erste Eindruck ist trotzdem positiv. Die Mission vermittelt, dass hinter dem Shooter-Gerüst mehr steckt als bloßes Schießen. Bis zur geplanten Veröffentlichung im Frühjahr 2027 bleiben allerdings einige Punkte, an denen noch gearbeitet werden muss.
Eine Mission zwischen Schleichen und Dauerfeuer
Auf Ganymed führt der Auftrag in eine Protogen-Basis. Dort sollen Daten von einem Server gelöscht werden. Zunächst steht das Erkunden eines größeren Bereichs im Mittelpunkt: Hinweise suchen, Gespräche führen und kleinere Rätsel lösen. Entscheidungen sollen später Folgen haben, auch wenn die gezeigte Mission offenbar nur begrenzte Lösungswege bot.
Danach kippt das Tempo. Der Weg nach draußen wird zum Deckungs-Shooter, in dem Gegner aus mehreren Richtungen Druck machen. Für Fans flotter Sci-Fi-Action kann das gut funktionieren. Wer vor allem politische Konflikte und langsam aufgebaute Spannung aus der Vorlage sucht, sollte seine Erwartungen entsprechend einordnen.
Begleiter und Fähigkeiten bringen Taktik ins Gefecht
Im Kampf stehen zwei Waffenslots, drei Fähigkeiten und die Unterstützung von Begleitern zur Verfügung. Die Gruppe kann unter anderem Elemente der Umgebung gegen Feinde einsetzen. Nach einer kurzen Eingewöhnung soll das System verständlich sein, ohne seine taktischen Optionen sofort komplett offenzulegen.
Hinzu kommt ein anpassbares Loadout. Zwei bis drei Skills lassen sich jeweils über drei Stufen entwickeln. Das deutet auf verschiedene Spielweisen hin, auch wenn der gezeigte Ausschnitt noch nicht zeigen konnte, wie stark sich diese Entscheidungen über das ganze Spiel auswirken.
Deckung und Gegner brauchen noch Feinschliff
Gerade in den Schusswechseln zeigte die Vorführung noch Reibungspunkte. Einige Gegner hielten auffällig viel Schaden aus. Wenn mehrere Magazine nötig sind, verliert ein Gefecht schnell an Tempo und Präzision.
Auch das Deckungssystem wirkte noch empfindlich: Schon kleine Bewegungen konnten die Figur aus der sicheren Position holen. Zusammen mit verwinkelten Räumen entstand dadurch mehrfach die Gefahr, Gegner aus den Augen zu verlieren. Zusätzlich soll die Zielhilfe vereinzelt auf eigene Begleiter gesprungen sein. Diese Probleme sollen bis zum Release behoben werden, sind für einen Shooter aber zentrale Punkte.
Starke Orte, steife Gespräche
Am überzeugendsten ist bisher die Umgebung. Die Areale auf Ganymed sollen lebendig wirken und die Größe wie auch die Kälte des Expanse-Universums gut transportieren. Gerade beim Erkunden entsteht damit die Atmosphäre, die man von einem Spiel zu dieser Vorlage erwartet.
Weniger weit sind die Gespräche bei den Figuren. Die englische Vertonung machte einen guten Eindruck, doch die Animationen wirkten noch steif und statisch. Das fällt besonders auf, weil die Kulissen optisch deutlich stärker ausfallen.
Ein Fundament für Sci-Fi-Rollenspiel-Fans
Osiris Reborn zeigt im aktuellen Stand ein solides Grundgerüst aus Begleitern, Fähigkeiten, Erkundung und Feuergefechten. Es ist noch zu früh, daraus einen Nachfolger im Geist großer Sci-Fi-Rollenspiele abzuleiten. Dafür sind die offenen Fragen zu Kampfgefühl, Balance und Entscheidungen zu groß.
Die gezeigte Mission macht aber klar, warum das Projekt interessant bleibt: Es greift nicht nur bekannte Namen und Lore auf, sondern versucht, ein eigenes actionbetontes Rollenspiel daraus zu formen. Wenn Deckung, Zielhilfe und Gegnerverhalten bis zum Frühjahr 2027 sauber nachgebessert werden, könnte daraus ein überzeugender Einstieg in The Expanse für Serien- und Buchfans werden.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
