Grand Theft Auto 6 soll nicht nur größer wirken, sondern auch genauer beobachtet sein. Rockstar Games hat seine Größe nach Red Dead Redemption 2 laut aktuellen Angaben verdoppelt und für das neue Spiel gezielt Leute aus Bereichen wie Mode, Motorsport und Street Art eingebunden.
Ausgehend von rund 2.000 Beschäftigten im Jahr 2018 läge Rockstar damit heute bei ungefähr 4.000 Mitarbeitenden. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie groß der Aufwand hinter GTA 6 inzwischen ist.
Ein eigenes Team für die Menschen der Stadt
Ein Büro in Los Angeles arbeitet laut den Angaben fast ausschließlich an den NPCs. Gerade für Vice City ist das ein wichtiger Punkt: Eine offene Stadt lebt nicht nur von Straßen, Autos und Missionen, sondern davon, ob die Menschen dort unterschiedliche Rollen, Stile und Gewohnheiten vermitteln.
Rockstar ist in den vergangenen zehn Jahren auch durch neue Standorte in Australien und Indien gewachsen. Das Los-Angeles-Büro gehört ebenfalls zu diesem Ausbau.
Mode soll soziale Unterschiede sichtbar machen
Für die Kleidung und den Stil der Figuren wurde die in Miami arbeitende Stylistin Jillian Carr verpflichtet. Ihr Auftrag ist ein Mode-System, das verschiedene Szenen, Kulturen und soziale Schichten abbildet.
Das passt zum gewählten Schauplatz. Vice City steht laut Carr stark unter dem Einfluss von Social Media, Promi-Kultur, Tourismus und schnell wechselnden Trends. Kleidung wäre damit nicht bloß Dekoration, sondern könnte direkt zeigen, wer eine Figur ist und in welchem Umfeld sie sich bewegt.
Rennfahrer und Street Art für mehr Glaubwürdigkeit
Auch beim Fahren holt Rockstar externe Erfahrung ins Team. Rennfahrer helfen beim Fahrverhalten der Fahrzeuge. Wie deutlich sich das später im Spiel bemerkbar macht, ist noch offen. Der Schritt zeigt aber, dass Rockstar das Handling nicht allein als technische Aufgabe behandelt.
Für die Gestaltung der Spielwelt wurden außerdem 50 Street Artists engagiert, die Wandgemälde für die Karte entwerfen. Solche Details fallen beim Vorbeifahren oft nur kurz auf. Zusammen können sie einer Stadt aber einen eigenen Charakter geben.
Der Aufwand setzt die Erwartungen hoch
Berater aus der realen Welt sind in großen Produktionen nichts Ungewöhnliches. Bemerkenswert ist hier die Breite: Rockstar bindet diese Fachleute offenbar langfristig ein, statt nur einzelne Eindrücke einzusammeln. Carr arbeitet demnach bereits seit 2023 im Unternehmen.
Für GTA 6 bedeutet das vor allem eines: Rockstar investiert viel in die kleinen Signale einer glaubhaften Stadt. Ob sich dieser Aufwand am Ende auch in interessanteren NPCs, einem überzeugenden Fahrgefühl und einer lebendigen Welt auszahlt, muss das fertige Spiel zeigen.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
