Dragon Pearl of Destruction will He-Man zurück zu seinen Arcade-Wurzeln bringen. Der 2D-Brawler schickt bekannte Figuren aus Eternia durch zwölf angekündigte Abschnitte, setzt auf Koop und verlangt bei Bossen offenbar deutlich mehr als bloßes Tastendrücken.
Im gezeigten Anspielabschnitt war das Grundgefühl der Kämpfe klar: Angreifen macht Spaß, Verteidigen braucht noch Feinarbeit. Für Fans der Marke könnte daraus ein starker Retro-Ausflug werden. Bis dahin muss das Spiel aber beweisen, dass seine Gefechte dauerhaft genug Abwechslung bieten.
Angriffe mit mehreren Optionen
Spielende wählen eine Figur und kämpfen sich seitlich durch die Level. Leichte und schwere Angriffe bilden die Basis. Dazu kommen Fernattacken und Magie mit Flächeneffekten. He-Mans Schwert und Teelas Kampfstab sorgen dabei für unterschiedliche Bilder im Kampf, ohne das einfache Arcade-Prinzip zu verlassen.
Die Offensive hat dennoch etwas Tiefe. Wer Gegner gut positioniert und Kombos sauber verbindet, kann mehrere Feinde gleichzeitig treffen. Besonders das Ketten leichter Treffer in schwere Luftangriffe braucht etwas Eingewöhnung. Das passt zum Anspruch, schnell verständlich zu sein, aber mit Übung mehr Möglichkeiten zu eröffnen.
Blocken ist derzeit der Knackpunkt
Die größte Hürde im Anspieltest war die Defensive. Zwischen gegnerischer Animation und Treffer blieb wenig Zeit. Läuft bereits ein eigener Angriff, ließ er sich offenbar nicht zuverlässig abbrechen. Das führte zu Treffern, obwohl der Blockknopf vorhanden ist.
Heilung in den Stages kann solche Fehler abfedern. Trotzdem entscheidet gerade ein Brawler über sein Spielgefühl auch durch klare Reaktionen auf Gefahr. Wenn der Zeitpunkt für Block oder Konter schwer lesbar bleibt, kann das vor allem bei härteren Begegnungen frustrieren.
Bosse sollen Muster belohnen
Bei den Bosskämpfen will Dragon Pearl of Destruction stärker auf das Lesen von Angriffsmustern setzen. Laut den gezeigten Erläuterungen reicht es nicht, einfach dauerhaft draufzuschlagen. Die Duelle sollen eher an klassische Kampfspiele erinnern: Angriff erkennen, richtig reagieren, Lücke nutzen.
Das ist ein sinnvoller Gegenpol zu den gewöhnlichen Gegnergruppen. Zugleich fällt die knappe Zeit zum Blocken hier besonders auf. Mit mehr Übung kann das System aufgehen, im kurzen Test wirkte es noch unnötig sperrig.
Zwölf Stages, Fortschritt und bekannte Figuren
Geplant sind zwölf Stages. Zwischen ihnen lassen sich die Spielfiguren aufleveln, außerdem sind freischaltbare Inhalte vorgesehen. She-Ra wurde bereits als weiterer Charakter genannt.
Weniger überzeugend war bislang die Gegnervielfalt. Schon in den ersten beiden Leveln tauchten etliche Gegner mehrfach auf. Musik und Look treffen dagegen die gewünschte Retro-Richtung und geben den Kämpfen Tempo.
Ein Brawler mit guter Grundlage
Dragon Pearl of Destruction hat die passende Grundlage für einen unterhaltsamen Koop-Brawler: direkte Angriffe, bekannte Helden und ein klares Arcade-Ziel. Entscheidend wird sein, ob die finale Version Gegner abwechslungsreicher einsetzt und die Defensive präziser lesbar macht. Dann könnte Eternia endlich auch spielerisch eine stärkere Figur abgeben.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
