Hot Wheels: Infinite Rush macht in seinen besten Momenten genau das Richtige: Du jagst mit einem kleinen Auto über orange Plastikbahnen, nimmst einen Looping mit und schubst andere Wagen an der Bande weg. Das Fahrgefühl ist schnell, leicht zu verstehen und absichtlich nicht realistisch. Genau das passt super zu Hot Wheels.
Die offene Welt kann damit aber nicht immer mithalten. Vieles sieht nach normalen Straßen, Sand und Gebäuden aus, nur etwas kleiner. Dadurch fühlt sich das Spiel außerhalb der Strecken manchmal weniger nach einem riesigen Spielzeugset an, als es eigentlich könnte.
Die Plastikstrecken sind das Beste
Sobald Infinite Rush seine orangefarbenen Bahnen auspackt, wird es stark. Magnet-Abschnitte, Loopings, Sprünge und an Wände geklebte Strecken machen die Rennen abwechslungsreich. Du darfst an der Bande schleifen, beim Boost durch Kurven ziehen und bei Kollisionen auch mal wild herumfliegen. Das ist chaotisch, aber gut kontrollierbar.
Die Steuerung ist klar auf Arcade ausgelegt. Driften klappt schnell, Sprünge sind unkompliziert und die schnellen Autos geben ein gutes Tempo vor. Wer keine Simulation will, sondern direkt losfahren möchte, kommt hier leicht rein.
Vier Inseln, die erst später besser werden
Zum Start gibt es vier frei befahrbare Inseln: Wheelswood, Gearville, Tentacle Bay und Drifty Temples. Sie sind eher kompakt. Eine Insel lässt sich bei freier Fahrt teilweise in deutlich unter einer Minute durchqueren. Das ist nicht riesig, kann aber für kurze Runden praktisch sein.
Wheelswood ist leider auch die schwächste Karte. Die Straßen sind dort eher schlicht, und es gibt weniger verrückte Streckenteile. Danach wird es besser: Tentacle Bay bietet verwinkeltere Wege und einen großen Oktopus als Blickfang. Auf den späteren Inseln sorgen ein Skorpion und ein Drache, dichter gebaute Bereiche und mehr Plastikbahnen für deutlich mehr Spaß beim Erkunden.
Trotzdem bleibt die Welt oft leer. An Stränden stehen Sonnenschirme, aber es passiert kaum etwas. Ein paar große Kreaturen, etwa ein Gorilla auf einem Hochhaus, sind cool. Mehr Spielzeugfiguren, Fahrzeuge oder andere bewegte Details hätten den Inseln aber gutgetan.
Was gut ist
- Direktes Arcade-Fahrgefühl mit guten Drifts und Sprüngen
- Orange Bahnen mit Magneten, Loopings und Stunts
- Vier Fahrzeugklassen, die sich unterschiedlich spielen
- Mehr als 150 Autos zum Freischalten
- Lokaler Splitscreen für bis zu vier Personen
- Streckeneditor sowie Lackierungs- und Stickereditor
Autos wechseln lohnt sich
Die vier Fahrzeugklassen sind mehr als nur verschiedene Karosserien. Versatile-Modelle sind Allrounder. Speeder setzen auf einen stark aufgeteilten Boost. Drifter helfen besonders in Kurven und Drift-Zonen. Titans wie Feuerwehrwagen oder Lastwagen bauen ihren Boost anders auf und verlieren Schwung, wenn du zu lange überziehst.
Du kannst in der offenen Welt zwischen den Varianten wechseln. Das ist nützlich, wenn eine Aufgabe plötzlich andere Stärken braucht. Für enge Straßen oder einen Aufstieg ist ein Drifter sinnvoller. Wenn viele Objekte im Weg stehen, kann ein schwereres Auto besser passen. Der Wechsel läuft allerdings über ein Menü, ein schneller Tastendruck wäre hier besser gewesen.
Viele Sammelaufgaben, aber auch viel Checkliste
Wer Autos sammeln mag, bekommt einiges zu tun. Fahrzeuge gibt es durch Events, Fortschritt, Händler und besondere Herausforderungen. Die Daredevil-Rennen gehören dabei zu den besseren Ideen: Spezielle Autos fahren durch die Welt, du forderst sie heraus und kannst nach einem Sieg ihren Wagen oder eine Lackierung bekommen.
Blöd ist nur, dass diese Gegner nicht immer auftauchen. Wenn gerade keiner da ist oder du verlierst, musst du warten, bis wieder zufällig einer vorbeikommt.
Dazu kommen ungefähr 300 Zahnräder pro Insel sowie Drift-, Boost- und Tempo-Aufgaben. Fast alles wirft Punkte und Einblendungen aus. Das kann kurz motivieren, fühlt sich mit der Zeit aber nach Arbeit ab. Besser sind die Logos an schwer erreichbaren Orten und die Sticker: Die musst du im Fotomodus aufnehmen. Gerade auf den späteren Inseln macht das Suchen Spaß, weil du wirklich Wege ausprobieren musst.
Die Gegner machen zu wenig Druck
In den normalen Rennen fehlt oft die Herausforderung. Die KI lässt sich vergleichsweise leicht schlagen, obwohl die Strecken eigentlich genug Möglichkeiten für spannende Duelle hätten. Du merkst schnell: Das Spiel will eher entspanntes Fahren sein als ein harter Arcade-Racer.
Komisch ist, dass die Daredevil-Gegner deutlich flotter wirken können. Diese Rennen sind deshalb spannender als viele Events im normalen Rennfeld. Laut Teststand war die gespielte Version noch als Work-in-Progress markiert. Balancing und KI können sich bis zum Start oder später durch Updates also noch ändern.
Editor und Technik
Der Streckeneditor passt perfekt zu Hot Wheels. Eigene Bahnen, Lackierungen und Sticker zu bauen, kann dem Spiel länger Leben geben. Das Tutorial für den Editor ist laut Test leicht zu verstehen.
Auf einer PlayStation 5 Pro lief die Testversion flüssig und blieb auch bei vielen Objekten gut lesbar. Die Welt lädt zügig. Wie stabil andere Versionen laufen, wie der Vier-Spieler-Splitscreen funktioniert und wie gut Online-Rennen mit Crossplay sind, war im Test noch nicht sicher zu beurteilen.
Für wen lohnt es sich?
Wenn du Hot Wheels magst, gern sammelst und schnelle Rennen ohne komplizierte Regeln willst, kann Infinite Rush viel Spaß machen. Auch für Familien sind die einfache Steuerung und der lokale Splitscreen ein gutes Argument.
Für Leute, die starke Gegner, eine volle Open World oder ein richtig verrücktes Spielzeugland erwarten, reicht es noch nicht ganz. Die letzten Inseln zeigen, wie cool Infinite Rush sein kann. Schade nur, dass das Spiel nicht von Anfang an so viel daraus macht.
Mein Eindruck: Die Rennen auf den Plastikbahnen fühlen sich stark an, und die vielen Autos passen natürlich super zur Marke. Die leere Welt, die vielen Sammel-Checklisten und die zu leichte KI nehmen aber Tempo raus. Für lockere Runden ist das gut, für einen echten Lieblings-Arcade-Racer fehlt noch etwas.
Über den Autor
Jüngster Autor im GoodGame.Ruhr Team mit frischem Blick auf moderne Gaming-Trends. Spezialisiert auf Battle Royale Games, Esports und die neuesten Gaming-Technologien. Bringt die Perspektive der Gen-Z in unsere Berichterstattung.