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GTA 6: Rockstar verteidigt sich vor Arbeitsgericht

Sascha
  • 1 Min. Lesezeit

Während GTA 6 weiter auf seine Veröffentlichung im November zusteuert, beginnt für Rockstar Games ein wichtiger Arbeitsrechtsfall. Vor dem Arbeitsgericht in Glasgow werden Vorwürfe rund um Entlassungen aus dem vergangenen Oktober verhandelt.

Im Mittelpunkt stehen 31 Beschäftigte in Großbritannien, die laut Gewerkschaft Independent Workers of Great Britain an GTA 6 gearbeitet haben. Rockstar weist den Vorwurf zurück, gewerkschaftlich aktive Mitarbeitende gezielt entlassen zu haben, und will sich vor Gericht energisch verteidigen.

Zwei völlig verschiedene Darstellungen

Die IWGB wirft Rockstar vor, die Betroffenen wegen ihrer Gewerkschaftsarbeit ins Visier genommen zu haben. Nach Darstellung der Gewerkschaft gab es weder reguläre Disziplinarverfahren noch eine wirksame Möglichkeit, gegen die Kündigungen vorzugehen.

Die Gewerkschaft sagt außerdem, Beschäftigte seien zu Besprechungen bestellt und dort mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Personen außerhalb des Büros seien demnach in sehr kurzen Telefonaten informiert worden, bevor der Zugriff auf ihre Arbeitskonten endete. Gefordert werden Wiedereinstellungen oder Entschädigungen sowie eine gerichtliche Feststellung, dass die Kündigungen ungerechtfertigt waren.

Rockstar stellt den Ablauf anders dar. Das Unternehmen begründet die Entlassungen mit grobem Fehlverhalten. Vertrauliche Informationen zu GTA 6 seien über Discord weitergegeben worden. Genannt werden dabei Spielinhalte, der Entwicklungsstand, der Zeitplan bis zur Veröffentlichung und interne Sicherheitsabläufe.

Der Streit um den Discord-Kanal

Ein zentraler Punkt wird die Frage sein, wer Zugriff auf den fraglichen Discord-Kanal hatte. Rockstar zufolge war er nicht auf Mitarbeitende beschränkt. Das Unternehmen spricht von hunderten Mitgliedern, darunter Beschäftigten anderer Studios, einer journalistisch tätigen Person aus der Spielebranche und weiteren Personen.

Die IWGB widerspricht. Sie beschreibt den Kanal als privat. Genau an dieser Stelle geht es nicht nur um mögliche Geheimnisverstöße, sondern auch darum, ob Gespräche über Arbeitsbedingungen geschützt sein könnten. Das Gericht muss die jeweiligen Darstellungen prüfen.

Strenge Geheimhaltung trifft auf Gewerkschaftskonflikt

Rockstar verweist auf eine Null-Toleranz-Haltung bei der Weitergabe interner Informationen. Nach Angaben des Studios gab es auch 2023, 2025 und im April 2025 weitere Entlassungen in getrennten Fällen, die mit der Weitergabe vertraulicher GTA-6-Informationen begründet wurden.

Für Rockstar ist das Thema besonders sensibel. Das Studio führt an, dass öffentliche Details zu Entwicklung und Veröffentlichung erhebliche Aufmerksamkeit erzeugen und wirtschaftliche Folgen haben könnten. Nach der Bekanntgabe der Verschiebung von GTA 6 auf den 19. November 2026 sank der Marktwert der Muttergesellschaft Take-Two laut den vorliegenden Angaben an einem Tag um 3,75 Milliarden US-Dollar.

Was über den Einzelfall hinaus auf dem Spiel steht

Neben dem Verfahren laufen Verhandlungen über eine formelle Anerkennung der IWGB bei Rockstar weiter. Die Gewerkschaft fordert unter anderem mehr Transparenz bei Gehältern, Schutz vor Entlassungen nach einer Veröffentlichung, ein Ende von Crunch und bessere Regeln für flexibles Arbeiten.

Kommt eine Einigung zustande, könnte Rockstar zum größten anerkannten gewerkschaftlich organisierten Spielestudio in Großbritannien werden. Die entlassenen Beschäftigten rufen derweil nicht zu einem Boykott von GTA 6 auf. Stattdessen sammeln sie mit dem Verkauf von T-Shirts Geld für ihre Rechtskosten.

Die Anhörung soll bis zum 16. Oktober laufen. Für GTA-6-Fans liefert sie keine neuen Spielszenen. Sie rückt aber eine Frage in den Vordergrund, die in der Branche oft hinter Trailern und Verkaufszahlen verschwindet: Unter welchen Bedingungen entstehen die größten Spiele der Welt?

Über den Autor

Sascha Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.