Final Fantasy VII Revelation will den Maßstab der bisherigen Remake-Trilogie noch einmal deutlich verschieben. Statt einzelne Regionen nur nacheinander zu bereisen, soll die Highwind den Planeten Gaia zu einem zusammenhängenden Abenteuerraum verbinden. Das klingt nicht nach einem kleinen Extra, sondern nach dem Kern der neuen Struktur.
Eine rund einstündige Anspielsession macht vor allem eines klar: Revelation packt sehr viele Systeme, Ziele und Orte in sein frühes Spiel. Das weckt Neugier, kann beim Einstieg aber auch schnell zu viel auf einmal sein.
Mit der Highwind über Gaia
Die wichtigste Neuerung ist die frei steuerbare Highwind. Das Luftschiff lässt sich in Echtzeit über die Welt bewegen, vorbei an bekannten Orten wie Midgar und Junon. Wer eine Region erreichen will, landet nicht einfach über ein Menü: Die Gruppe springt mit Fallschirm aus dem Luftschiff und steuert den Landepunkt aus der Luft an.
Am Boden geht es weiter auf dem Chocobo. Der soll im Verlauf des Spiels mit der Gruppe wachsen. Damit verknüpft Revelation die große Übersicht aus der Luft mit der Erkundung vor Ort. Die Steuerung der Highwind benötigt laut dem gezeigten Eindruck zunächst etwas Eingewöhnung, der Blick auf die Welt vermittelt aber die beabsichtigte Größe überzeugend.
Viele Aufgaben, wenig Zeit zum Sortieren
Schon das frühe Kapitel bietet eine lange Liste möglicher Aktivitäten. Monsteraufträge, eine Aufgabe rund um zwei Chocobos, Queen's Blood und Fotoziele konkurrieren um Aufmerksamkeit. Je nach Ziel der Highwind tauchen weitere Hinweise und Aufgaben auf.
Das passt zu einem Spiel, das offenbar viele Dutzend Stunden beschäftigen will. Gleichzeitig steht Revelation damit vor einer bekannten Herausforderung. Rebirth bot ebenfalls reichlich optionale Beschäftigung, doch nicht jede davon fühlte sich gleich sinnvoll an. Für das Finale kommt es darauf an, dass Menge und Qualität besser zusammenfinden.
Cid und Vincent erweitern die Gruppe
Cid und Vincent sind in der gezeigten Fassung spielbar. Cid kämpft mit seiner Lanze und setzt auf schnelle Dragoon-Manöver. Vincent kombiniert Revolver-Angriffe mit einer Verwandlung in eine aggressive Bestienform für Nahkampfangriffe. Beide sollen sich ohne Bruch in Clouds Gruppe einfügen.
Wie weit ihre Entwicklung und ihre Rollen im Team tatsächlich reichen, lässt sich nach dem kurzen Einblick noch nicht bewerten. Die Spielzeit reichte vor allem dafür, ihre grundlegenden Kampfstile zu zeigen.
WEAR-System für Fähigkeiten und Outfits
Neu ist außerdem das WEAR-System. Es verteilt Jobs an die Figuren und verbindet diese mit eigenen Fähigkeiten. In der Vorführung waren unter anderem Krieger, Schwarzmagier, Weißmagier und Beschwörer zu sehen. Das deutet auf viele Möglichkeiten hin, die Gruppe passend zum eigenen Spielstil zusammenzustellen.
Die Jobs verändern zugleich die Kleidung der Charaktere. Outfits lassen sich anpassen. Ob das System im fertigen Spiel genug taktische Tiefe entwickelt oder vor allem eine optische Spielerei bleibt, muss sich noch zeigen.
Wutai wächst über seine frühere Nebenrolle hinaus
Auch Wutai scheint wesentlich mehr zu sein als ein kurzer Abstecher. Das Gebiet war im Original optional, im Remake-Finale deutet eine gezeigte Zwischensequenz auf eine größere Bedeutung hin. Inhaltliche Details bleiben bewusst offen.
Das Dorf wurde deutlich ausgebaut und setzt auf vertikalere Wege. Ein Enterhaken bringt die Gruppe nach oben und ergänzt die Fortbewegung vor Ort. Optisch knüpft Revelation an Rebirth an und soll in einzelnen Momenten sogar noch stärker wirken. Der Einblick in Wutai zeigt jedenfalls einen Ort, der nicht nur als Wiedererkennung gedacht ist, sondern spielerisch mehr Raum erhalten soll.
Ein großes Finale mit einer offenen Frage
Revelation hat nach diesem ersten Blick die Anlagen für den bislang größten Teil der Trilogie. Highwind, Fallschirmsprünge, neue Gruppenmitglieder, Jobs und ausgebaute Regionen wirken nicht wie einzelne Zusätze, sondern wie Bausteine eines sehr umfangreichen RPGs.
Entscheidend wird sein, ob die vielen Markierungen auf der Karte mehr bieten als reine Beschäftigung. Gelingt das, könnte der Abschluss die offene Welt von Rebirth nicht nur vergrößern, sondern auch sinnvoller füllen. Final Fantasy VII Revelation erscheint am 8. April 2027 für PlayStation 5, Xbox Series, Switch 2 und PC via Steam.
Über den Autor

Gründer und Administrator von GoodGame.Ruhr. Leidenschaftlicher Gamer seit den 90ern ohne Fokus auf spezielle Genres. Wenn er nicht gerade neue Spiele testet, arbeitet er an der Weiterentwicklung der Community, oder geht seiner zweiten Passion, der Musik, nach.
